Donnerstag, 18. Dezember 2008

Kurzinfo

Nur kurz zur Information. Gestern gabs nochmal ne Überraschung. Vanessa hatte ne farewell party für mich organisiert, die nach der Arbeit in einem Pub in Singleton stattfand. War richtig schön, da ich mich mit jedem nochmal unterhalten konnte. Hab auch ein paar Bilder gemacht und werde die nach meiner Rückkehr nach Deutschland online stellen.

Jetzt ist es 6:05 Uhr und ich werde mich nun fertig machen damit ich 8:45 Uhr nach Newcastle aufbrechen kann.
Meine Reiserute geht von Singleton über Sydney, Bangkok, London nach München. Bis ich dort angelangt bin, sind 35 Stunden vergangen. Dank 10 Stunden Zeitbonus ists aber nur ein Tag, sodass ich voraussichtlich meine Eltern am Samstag um 10.40 Uhr wiedersehen werde.

Ich freue mich auf zu Hause und hoffe, dass die Reise ohne größere Probleme über die Bühne geht.

Also machts gut und bis gleich!

Simon

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Mein letztes Australisches Wochenende

Samstagmorgen sah es genauso aus, wie am Freitag. Es regnete in Strömen. Nichtsdestoweniger stand Denise und Ryan pünktlich um 7.00 Uhr vor meiner Haustür, los gings nach Gloucester zum Kajak fahren. Schließlich war es ja egal, ob es von oben nass runter kam. Schließlich sollten wir ja sowieso im Wasser sein. Trotz Regen war es mit ca. 25°C ausreichend warm und der Wetterbericht sagte für Nachmittag Sonnenschein voraus. Um 9.00 Uhr waren wir, eine Gruppe von 8 Mann (und einer Frau) aus der Grube, an dem Bootsverleih angekommen. Aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage waren sämtliche Bootsfahrten auf dem Fluss verboten, mit Ausnahme von beguideten Touren. Zum Glück hatten wir eine solche gebucht und so machten wir uns mit Schwimmwesten, Helmen und Booten auf, um mit dem Bus zum Flussoberlauf zu fahren.
Gleich gehts los - Geologen, Bergbauingenieure und Maschinenbauer von MTW und HVO friedlich vereint
Dort angekommen erwarteten uns 12 km Flussabfahrt über ca. 15 Stromschnellen. Doch bevor wir loslegen konnten, wurden erst mal Regeln und Tricks gelehrt, wie man so ein Kajak anständig steuert. Außerdem konnten wir erstmal alle ins Wasser springen, um zu lernen, wie man wieder ins Boot kommt. Denn schließlich kann von uns keiner ne Eskimorolle. Es geht aber auch ohne, wenn auch nicht so professionell. Vor jeder Stromschnelle gabs ne kurze Besprechung, wie man am besten fahren sollte, da man auch dem Ufer nicht zu nahe kommen sollte. Ins Wasser ragende Bäume stellten einen perfekten Kajakfahrerfänger da. Danach gings dann runter. Ich muss sagen, dass ich sehr oft baden ging. Meistens hatte ich es fast geschafft und war praktisch am unteren Ende der Stromschnelle angekommen, als ich dann in so einen Strudel festgesetzt wurde. Nach ein paar Sekunden hatte mich das Wasser schön gedreht und schwupps samt Boot nach unten in den Strudel gezogen. Kurze Zeit später fand ich mich dann an der Wasseroberfläche wieder und musste zusehen, dass ich wieder ins Boot kam, bevor die nächste Schnelle kam. Insgesamt machte die Sache aber schon Spaß. Man muss auch sagen, dass ich die Schnellen besser überstand, als die ruhigen Zonen, da die lauernden Kollegen eine deutlich höhere Kentergefahr darstellten. Es wurde einem wieder mal richtig bewusst, welche Urgewalten die Natur hat und man diesen als Mensch nicht viel entgegen zu setzen hat. Helm sei Dank bleibt mir ein Stein nur als dumpfer Knall in Erinnerung und Gott sei Dank nicht als Platzwunde oder Gehirnerschütterung. Nachdem Mittagessen am Ufer gings wieder in die Boote und weiter Flussabwärts bis zur Endstation. Nach einer kurzen Stärkung mit Gerstensaft brachen wir Richtung Osten zum Diamond Beach an der Pazifikküste auf. Dadurch dass es Abend war und die Rezeption der Campinganlage schon geschlossen war, beschlossen wir, dort umsonst zu übernachten. Wir mussten halt einfach zusehen, dass wir am nächsten Morgen schnell wieder verschwanden. Bevor wir die Zelte aufbauten, gings aber erst einmal zum kühlen Bad ins Wasser.

links: Diamond Beach rechts: Pazifikküste und Nelson Bay Lagune
Manche gingen um 2.00 Uhr nachts auch noch mal schwimmen. Die Wellen sind hier richtig hoch und fast jeder geht Wellenreiten. Es ist aber auch beeindruckend, wie man sich ohne Brett von einer Welle ans Ufer spülen lassen kann. Schade, dass ich diese Technik nicht schon als Kind gekannt habe, dann hätte man sich das Zurückschwimmen zum Strand sparen können.
Um 8.00 Uhr gings am Sonntag wieder los, kurz frühstücken und auf zum Strand. Wir sind dann mehrere Male an einen anderen Strand gefahren und haben so die Küste Richtung Newcastle erkundet.


links: ich, Ryan, Mark und Karl rechts: Schwimmen macht irgendwie fertig, die Frisur aber auch
Nachmittags bin ich dann mit nem Kollegen nach Singleton, während andere noch an einen anderen Strand gefahren sind. Ich wollte heim, weil ich noch Sachen zu erledigen hatte und außerdem ne Menge Schlaf nachzuholen hatte.

Damit endete mein letztes Wochenende in Australien mit sehr schönen Erinnerungen und der Vorfreude auf ein Wiedersehen mit meiner Familie und Freunden in Deutschland.

Bis bald.

Simon

BBQ bei Denise und Ryan

Hallo Leute,
ich bin meinem Eintrag ja schon gewaltig im Verzug, nachdem ich letzte Woche versprochen hatte, mich am Wochenende zu melden. Aber es kommt noch schlimmer. Ich bin schon sehr damit beschäftigt, meine Abreise vorzubereiten, bzw. meine Sachen in der Arbeit fertig zu bringen und an die entsprechenden Leute zu kommunizieren. Seit dieser Woche ist jetzt auch wieder die „Autobahn“ im Gespräch, nachdem sie am 1. März fertig gestellt sein muss (die „Autobahn“ ist meine erste Straße, die ich geplant habe; die Namensgebung stammt aber nicht von mir). Deshalb hatte ich mal wieder unerwartet zusätzliche Arbeit. Deshalb gibt’s hier keinen großen Eintrag, wie Ihr ihn eigentlich hättet erwarten können…

Letzen Donnerstag hatten wir bei Ryan einen kleinen Grillabend. Er und seine Freundin Denise (jetzt weiß ich ihren Namen) haben ihr neues Heim eingeweiht und auch gleich ihren 26. Geburtstag gefeiert, den die beide zufälligerweise am gleichen Tag, dem 14. Dezember haben. War wieder mal ne sehr schöne Gelegenheit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, gleichwohl man dazu eigentlich den ganzen Vormittag über Zeit hat.
v.l.n.r.: Karl, Vanessa, Lee
In der Bildmitte ist Vanessa, meine Betreuerin zu sehen, die ich am Anfang als Shovel Engineer kennen lernte und vor zwei Monaten Daves Nachfolger als Short Term Planning Superintendent wurde. Daves Platz wurde ja frei, weil er zum Manager aufgestiegen war. Vanessa ist übrigens kein Bergbauingenieur, sondern Geologe. Sie hat sich allerdings im Laufe der Zeit dem technischen Aufgabenbereich in den Bergwerken gewidmet und nach den Stationen Kalgoorlie (Goldbergbau) und Pilbara (Eisenerz) Ingenieursaufgaben in Mount Thorley Warkworth übernommen. Schön fand ich, als sie von ihren Eltern (die in Perth leben) besucht wurde und sie am Sonntag eine Tour durch die Grube machten. Ich war zufällig an diesem Tag im Büro und hab sie dort kennen gelernt. Als Vanessa dann ihrer Mutter was erklärte, unterhielt ich mich eine Weile mit ihrem Vater. Der war ganz hin und weg von den Eindrücken und meinte ganz gerührt mit zittriger, leiser und bescheidener Stimme: „It is hard to believe that our little girl is running this huge mine“. Links neben ihr sitzt Lee Forster, ihr Mann. Er ist vielen Australiern bekannt, weil er in den Nationalcharts für Country Musik regelmäßig Spitzenplätze belegt. Zu ihrer Rechten sitzt einer unserer beiden Vaccies (Vacation Students), die in den kommenden 10 Wochen auf der Grube sein werden.

Auch wenn der Abend aufgrund des Donnerstags nicht sehr lange dauern durfte, konnten mich Ryan, Gary und Karl überzeugen, am Wochenende mit zum Kajak fahren zu kommen. Also hab ich zu gesagt und bin dann mit meinem kleinem Corolla an der Polizei vorbei geschlichen und sicher zu Hause angekommen.

Die Folge zu meinem Kajakwochenende gibts gleich nach der nächsten Maus...

Dienstag, 9. Dezember 2008

Halbieren, vierteln, achteln...

So, jetzt haben wir schon doppelt so viel Dezember rum als beim letzten Eintrag und noch halb soviel von meinem letztem australischen Monat über, wie noch an dessen Anfang, was nichts anderes bedeutet, als dass ich mich im letzten Viertel meines Praktikums befinde, eigentlich im letzten Viertel des letzten Viertel, sprich dem letzten Sechzehntel meiner Australienzeit...
Ich finde, auch sowas gehört sich mal festgestellt, auch wenn diese Behauptung morgen schon wieder revidiert werden muss.

Bin heute mal wieder bissl im Tagebauen rum gefahren und hab dabei auch ein paar Fotos geschossen, sogar Kängurus hab ich beim lunch gestört. Da sich mein Internet jedoch regelmäßig selbst auswählt - ich hab eben ein sehr selbständiges Internet - kann ich im Moment leider keine Bilder hochladen. Ich werde jedoch am Wochenende definitiv einen Eintrag hier reinstellen und mich mit Bildern melden.

Muss jetzt noch was tun, schließlich möchte ich noch ausrechnen, wieviel Prozent meines Aufenthaltes noch vor mir liegen :-)


Bis dahin machts gut.

Simon

Freitag, 5. Dezember 2008

Vom Last(er)esel zum Schreibtischtäter

So schnell wie diese Woche sind schon lange keine 5 Tage mehr vergangen. Man merkt einfach deutlich, dass der Büroalltag zu mir zurück gekehrt ist oder besser gesagt, ich zu ihm. Zwar war ich am Montag noch hauptsächlich damit beschäftigt, meinen Arbeitsplatz wieder einzurichten - meinen alten Platz hat inzwischen ein anderer in Beschlag genommen - und einige Computerprobleme zu lösen. Allerdings deutete sich schon gegen Montagabend an, dass es nicht bei einer kleinen Aufgabe, die ich mir noch von meinem Projekt aufgehoben hatte, für die verbleibende Zeit bleiben sollte. Am Dienstag wurde ich dann überhäuft mit Sachen, die ich am besten gestern erledigt haben sollte.
Also hab ich mich schleunigst an den Rechner gesetzt und bin nun schon wieder fleißig am konstruieren. Hab auch schon ein sehr schönes Rampenlayout entworfen und muss jetzt nur noch die Volumina berechnen, um danach die zeitliche Einteilung der notwendigen Maßnahmen machen zu können. Als Besonderheit umfassen meine Planungen dieses Mal das Versetzten einer (von insgesamt drei in der Grube vorhandenen) Wasserübergabestation (für die Wassertrucks zur Straßenbewässerung) , die Verlegung einer Stromleitung, sowie das Versetzen einer Trafostation. Ich muss jetzt also schauen, in welchem Zeitrahmen was gemacht werden kann und so planen, dass trotz Rampenbau ständig die vorhandenen Wege passierbar sind und zudem der anfallende Abraum auch jederzeit irgendwo untergebracht werden kann.
Das wird interessant, wie sich das ganze eintakten lässt, da ja auch die Draglines aufgrund der Stromabschaltung betroffen sind. Hinzu kommt, dass die Stromleitung an einen Ort verlegt wird, der erst kurz vorher gekippt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dort noch ein rießiges Loch.
Wenn ich dann im September zurückkomme, wird das meiste schon über die Bühne sein und ich werde dann etwas von meiner Arbeit sehen - sofern davon überhaupt was übrig bleibt. Am Montag möchte ich den ersten Entwurf mit den Kollegen durchdiskutieren. Mal sehen, was die dazu zu sagen haben.
Doch zuvor habe ich noch ein Meeting anberaumt, wo ich meine upgedateten Planungen für die Swanlake Halde präsentieren werde und zudem einen generellen Erfahrungsaustausch in puncto Halden- / Rampendesign machen möchte. Ich hab irgendwie den Eindruck, dass viele Fehler häufig wiederholt werden, weil einfach die Lehren, die man daraus zieht, nicht weiter gegeben werden. Wahrscheinlich weiß auch ich nach wie vor vieles nicht und bin deshalb gespannt, was von den Kollegen kommt. Auf alles Fälle werde ich auch die Antworten, die ich von diversen Arbeitern vor Ort auf solche Fragen gehört habe, vorbringen.

Naja, wenn das dann rum ist, kommt nochmal so ein Projekt und und und... Ich glaub aber nicht, dass das alles noch was wird. Ist mir aber auch wurscht, denn man könnte hier auch 24 Stunden arbeiten und würde trotzdem nicht fertig werden.
Ich freue mich jetzt schon sehr auf zu Hause und werde mich so langsam mental auf die kalte Jahreszeit einstellen. Es sind ja nicht einmal mehr zwei Wochen.

Also bis gleich!

Simon