Donnerstag, 18. Dezember 2008

Kurzinfo

Nur kurz zur Information. Gestern gabs nochmal ne Überraschung. Vanessa hatte ne farewell party für mich organisiert, die nach der Arbeit in einem Pub in Singleton stattfand. War richtig schön, da ich mich mit jedem nochmal unterhalten konnte. Hab auch ein paar Bilder gemacht und werde die nach meiner Rückkehr nach Deutschland online stellen.

Jetzt ist es 6:05 Uhr und ich werde mich nun fertig machen damit ich 8:45 Uhr nach Newcastle aufbrechen kann.
Meine Reiserute geht von Singleton über Sydney, Bangkok, London nach München. Bis ich dort angelangt bin, sind 35 Stunden vergangen. Dank 10 Stunden Zeitbonus ists aber nur ein Tag, sodass ich voraussichtlich meine Eltern am Samstag um 10.40 Uhr wiedersehen werde.

Ich freue mich auf zu Hause und hoffe, dass die Reise ohne größere Probleme über die Bühne geht.

Also machts gut und bis gleich!

Simon

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Mein letztes Australisches Wochenende

Samstagmorgen sah es genauso aus, wie am Freitag. Es regnete in Strömen. Nichtsdestoweniger stand Denise und Ryan pünktlich um 7.00 Uhr vor meiner Haustür, los gings nach Gloucester zum Kajak fahren. Schließlich war es ja egal, ob es von oben nass runter kam. Schließlich sollten wir ja sowieso im Wasser sein. Trotz Regen war es mit ca. 25°C ausreichend warm und der Wetterbericht sagte für Nachmittag Sonnenschein voraus. Um 9.00 Uhr waren wir, eine Gruppe von 8 Mann (und einer Frau) aus der Grube, an dem Bootsverleih angekommen. Aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage waren sämtliche Bootsfahrten auf dem Fluss verboten, mit Ausnahme von beguideten Touren. Zum Glück hatten wir eine solche gebucht und so machten wir uns mit Schwimmwesten, Helmen und Booten auf, um mit dem Bus zum Flussoberlauf zu fahren.
Gleich gehts los - Geologen, Bergbauingenieure und Maschinenbauer von MTW und HVO friedlich vereint
Dort angekommen erwarteten uns 12 km Flussabfahrt über ca. 15 Stromschnellen. Doch bevor wir loslegen konnten, wurden erst mal Regeln und Tricks gelehrt, wie man so ein Kajak anständig steuert. Außerdem konnten wir erstmal alle ins Wasser springen, um zu lernen, wie man wieder ins Boot kommt. Denn schließlich kann von uns keiner ne Eskimorolle. Es geht aber auch ohne, wenn auch nicht so professionell. Vor jeder Stromschnelle gabs ne kurze Besprechung, wie man am besten fahren sollte, da man auch dem Ufer nicht zu nahe kommen sollte. Ins Wasser ragende Bäume stellten einen perfekten Kajakfahrerfänger da. Danach gings dann runter. Ich muss sagen, dass ich sehr oft baden ging. Meistens hatte ich es fast geschafft und war praktisch am unteren Ende der Stromschnelle angekommen, als ich dann in so einen Strudel festgesetzt wurde. Nach ein paar Sekunden hatte mich das Wasser schön gedreht und schwupps samt Boot nach unten in den Strudel gezogen. Kurze Zeit später fand ich mich dann an der Wasseroberfläche wieder und musste zusehen, dass ich wieder ins Boot kam, bevor die nächste Schnelle kam. Insgesamt machte die Sache aber schon Spaß. Man muss auch sagen, dass ich die Schnellen besser überstand, als die ruhigen Zonen, da die lauernden Kollegen eine deutlich höhere Kentergefahr darstellten. Es wurde einem wieder mal richtig bewusst, welche Urgewalten die Natur hat und man diesen als Mensch nicht viel entgegen zu setzen hat. Helm sei Dank bleibt mir ein Stein nur als dumpfer Knall in Erinnerung und Gott sei Dank nicht als Platzwunde oder Gehirnerschütterung. Nachdem Mittagessen am Ufer gings wieder in die Boote und weiter Flussabwärts bis zur Endstation. Nach einer kurzen Stärkung mit Gerstensaft brachen wir Richtung Osten zum Diamond Beach an der Pazifikküste auf. Dadurch dass es Abend war und die Rezeption der Campinganlage schon geschlossen war, beschlossen wir, dort umsonst zu übernachten. Wir mussten halt einfach zusehen, dass wir am nächsten Morgen schnell wieder verschwanden. Bevor wir die Zelte aufbauten, gings aber erst einmal zum kühlen Bad ins Wasser.

links: Diamond Beach rechts: Pazifikküste und Nelson Bay Lagune
Manche gingen um 2.00 Uhr nachts auch noch mal schwimmen. Die Wellen sind hier richtig hoch und fast jeder geht Wellenreiten. Es ist aber auch beeindruckend, wie man sich ohne Brett von einer Welle ans Ufer spülen lassen kann. Schade, dass ich diese Technik nicht schon als Kind gekannt habe, dann hätte man sich das Zurückschwimmen zum Strand sparen können.
Um 8.00 Uhr gings am Sonntag wieder los, kurz frühstücken und auf zum Strand. Wir sind dann mehrere Male an einen anderen Strand gefahren und haben so die Küste Richtung Newcastle erkundet.


links: ich, Ryan, Mark und Karl rechts: Schwimmen macht irgendwie fertig, die Frisur aber auch
Nachmittags bin ich dann mit nem Kollegen nach Singleton, während andere noch an einen anderen Strand gefahren sind. Ich wollte heim, weil ich noch Sachen zu erledigen hatte und außerdem ne Menge Schlaf nachzuholen hatte.

Damit endete mein letztes Wochenende in Australien mit sehr schönen Erinnerungen und der Vorfreude auf ein Wiedersehen mit meiner Familie und Freunden in Deutschland.

Bis bald.

Simon

BBQ bei Denise und Ryan

Hallo Leute,
ich bin meinem Eintrag ja schon gewaltig im Verzug, nachdem ich letzte Woche versprochen hatte, mich am Wochenende zu melden. Aber es kommt noch schlimmer. Ich bin schon sehr damit beschäftigt, meine Abreise vorzubereiten, bzw. meine Sachen in der Arbeit fertig zu bringen und an die entsprechenden Leute zu kommunizieren. Seit dieser Woche ist jetzt auch wieder die „Autobahn“ im Gespräch, nachdem sie am 1. März fertig gestellt sein muss (die „Autobahn“ ist meine erste Straße, die ich geplant habe; die Namensgebung stammt aber nicht von mir). Deshalb hatte ich mal wieder unerwartet zusätzliche Arbeit. Deshalb gibt’s hier keinen großen Eintrag, wie Ihr ihn eigentlich hättet erwarten können…

Letzen Donnerstag hatten wir bei Ryan einen kleinen Grillabend. Er und seine Freundin Denise (jetzt weiß ich ihren Namen) haben ihr neues Heim eingeweiht und auch gleich ihren 26. Geburtstag gefeiert, den die beide zufälligerweise am gleichen Tag, dem 14. Dezember haben. War wieder mal ne sehr schöne Gelegenheit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, gleichwohl man dazu eigentlich den ganzen Vormittag über Zeit hat.
v.l.n.r.: Karl, Vanessa, Lee
In der Bildmitte ist Vanessa, meine Betreuerin zu sehen, die ich am Anfang als Shovel Engineer kennen lernte und vor zwei Monaten Daves Nachfolger als Short Term Planning Superintendent wurde. Daves Platz wurde ja frei, weil er zum Manager aufgestiegen war. Vanessa ist übrigens kein Bergbauingenieur, sondern Geologe. Sie hat sich allerdings im Laufe der Zeit dem technischen Aufgabenbereich in den Bergwerken gewidmet und nach den Stationen Kalgoorlie (Goldbergbau) und Pilbara (Eisenerz) Ingenieursaufgaben in Mount Thorley Warkworth übernommen. Schön fand ich, als sie von ihren Eltern (die in Perth leben) besucht wurde und sie am Sonntag eine Tour durch die Grube machten. Ich war zufällig an diesem Tag im Büro und hab sie dort kennen gelernt. Als Vanessa dann ihrer Mutter was erklärte, unterhielt ich mich eine Weile mit ihrem Vater. Der war ganz hin und weg von den Eindrücken und meinte ganz gerührt mit zittriger, leiser und bescheidener Stimme: „It is hard to believe that our little girl is running this huge mine“. Links neben ihr sitzt Lee Forster, ihr Mann. Er ist vielen Australiern bekannt, weil er in den Nationalcharts für Country Musik regelmäßig Spitzenplätze belegt. Zu ihrer Rechten sitzt einer unserer beiden Vaccies (Vacation Students), die in den kommenden 10 Wochen auf der Grube sein werden.

Auch wenn der Abend aufgrund des Donnerstags nicht sehr lange dauern durfte, konnten mich Ryan, Gary und Karl überzeugen, am Wochenende mit zum Kajak fahren zu kommen. Also hab ich zu gesagt und bin dann mit meinem kleinem Corolla an der Polizei vorbei geschlichen und sicher zu Hause angekommen.

Die Folge zu meinem Kajakwochenende gibts gleich nach der nächsten Maus...

Dienstag, 9. Dezember 2008

Halbieren, vierteln, achteln...

So, jetzt haben wir schon doppelt so viel Dezember rum als beim letzten Eintrag und noch halb soviel von meinem letztem australischen Monat über, wie noch an dessen Anfang, was nichts anderes bedeutet, als dass ich mich im letzten Viertel meines Praktikums befinde, eigentlich im letzten Viertel des letzten Viertel, sprich dem letzten Sechzehntel meiner Australienzeit...
Ich finde, auch sowas gehört sich mal festgestellt, auch wenn diese Behauptung morgen schon wieder revidiert werden muss.

Bin heute mal wieder bissl im Tagebauen rum gefahren und hab dabei auch ein paar Fotos geschossen, sogar Kängurus hab ich beim lunch gestört. Da sich mein Internet jedoch regelmäßig selbst auswählt - ich hab eben ein sehr selbständiges Internet - kann ich im Moment leider keine Bilder hochladen. Ich werde jedoch am Wochenende definitiv einen Eintrag hier reinstellen und mich mit Bildern melden.

Muss jetzt noch was tun, schließlich möchte ich noch ausrechnen, wieviel Prozent meines Aufenthaltes noch vor mir liegen :-)


Bis dahin machts gut.

Simon

Freitag, 5. Dezember 2008

Vom Last(er)esel zum Schreibtischtäter

So schnell wie diese Woche sind schon lange keine 5 Tage mehr vergangen. Man merkt einfach deutlich, dass der Büroalltag zu mir zurück gekehrt ist oder besser gesagt, ich zu ihm. Zwar war ich am Montag noch hauptsächlich damit beschäftigt, meinen Arbeitsplatz wieder einzurichten - meinen alten Platz hat inzwischen ein anderer in Beschlag genommen - und einige Computerprobleme zu lösen. Allerdings deutete sich schon gegen Montagabend an, dass es nicht bei einer kleinen Aufgabe, die ich mir noch von meinem Projekt aufgehoben hatte, für die verbleibende Zeit bleiben sollte. Am Dienstag wurde ich dann überhäuft mit Sachen, die ich am besten gestern erledigt haben sollte.
Also hab ich mich schleunigst an den Rechner gesetzt und bin nun schon wieder fleißig am konstruieren. Hab auch schon ein sehr schönes Rampenlayout entworfen und muss jetzt nur noch die Volumina berechnen, um danach die zeitliche Einteilung der notwendigen Maßnahmen machen zu können. Als Besonderheit umfassen meine Planungen dieses Mal das Versetzten einer (von insgesamt drei in der Grube vorhandenen) Wasserübergabestation (für die Wassertrucks zur Straßenbewässerung) , die Verlegung einer Stromleitung, sowie das Versetzen einer Trafostation. Ich muss jetzt also schauen, in welchem Zeitrahmen was gemacht werden kann und so planen, dass trotz Rampenbau ständig die vorhandenen Wege passierbar sind und zudem der anfallende Abraum auch jederzeit irgendwo untergebracht werden kann.
Das wird interessant, wie sich das ganze eintakten lässt, da ja auch die Draglines aufgrund der Stromabschaltung betroffen sind. Hinzu kommt, dass die Stromleitung an einen Ort verlegt wird, der erst kurz vorher gekippt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dort noch ein rießiges Loch.
Wenn ich dann im September zurückkomme, wird das meiste schon über die Bühne sein und ich werde dann etwas von meiner Arbeit sehen - sofern davon überhaupt was übrig bleibt. Am Montag möchte ich den ersten Entwurf mit den Kollegen durchdiskutieren. Mal sehen, was die dazu zu sagen haben.
Doch zuvor habe ich noch ein Meeting anberaumt, wo ich meine upgedateten Planungen für die Swanlake Halde präsentieren werde und zudem einen generellen Erfahrungsaustausch in puncto Halden- / Rampendesign machen möchte. Ich hab irgendwie den Eindruck, dass viele Fehler häufig wiederholt werden, weil einfach die Lehren, die man daraus zieht, nicht weiter gegeben werden. Wahrscheinlich weiß auch ich nach wie vor vieles nicht und bin deshalb gespannt, was von den Kollegen kommt. Auf alles Fälle werde ich auch die Antworten, die ich von diversen Arbeitern vor Ort auf solche Fragen gehört habe, vorbringen.

Naja, wenn das dann rum ist, kommt nochmal so ein Projekt und und und... Ich glaub aber nicht, dass das alles noch was wird. Ist mir aber auch wurscht, denn man könnte hier auch 24 Stunden arbeiten und würde trotzdem nicht fertig werden.
Ich freue mich jetzt schon sehr auf zu Hause und werde mich so langsam mental auf die kalte Jahreszeit einstellen. Es sind ja nicht einmal mehr zwei Wochen.

Also bis gleich!

Simon

Sonntag, 30. November 2008

Weihnachtsfeier im November ?!?!

Letzten Freitag stand ne kleine Weihnachtsfeier für unser Team auf dem Programm. Eigentlich war es dafür viel zu früh, es gab aber nen triftigen, entscheidenden Grund, zusammen zu feiern: Dave, mein Chef ist ab Montag für 3 Wochen im Urlaub und kommt deshalb erst wieder ins Büro zurück, wenn ich schon weg bin. Also war vergangenen Freitag die letzte Möglichkeit, meinen Abschied zu feiern. Ich hatte mein wichtigstes Weihnachstgeschenk ebenfalls schon ein wenig vorgezogen und am Donnerstag meinen unterschriebenen Arbeitsvertrag auf Dave's Schreibtisch platziert.

Jetzt ist es also offiziell - ab 1. September 2009 werde ich hier auf der Grube Mount Thorely Warkworth als Medium Term Design Engineer anfangen. Grund genug, schon mal mit dem Team auf das Wiedersehen anzustoßen...

Es folgte ein ziemlich unterhaltsamer Abend, der aufgrund der Gratisgetränke meinen Geldbeutel in bester Verfassung ließ, dafür jedoch meine Leber ziemlich beschäftigte :-). Im Folgenden habe ich kurz ein paar Bilder eingefügt, die einen Teil meiner künftigen Kollegen zeigen, die ich eigentlich jetzt schon alle richtig lieb gewonnen hab.

links (von links nach rechts): Jack (Special Operations und Hauptstreiter mit diversen Behörden), Rick (Shovel-Markscheider), Colby (18-Wochenplaner / Bergbauingenieur aus Kanada, Start: Juni 2008)
rechts (von links nach rechts): Ryan mit Freundin (Name??) (Bergbauingenieur / Coal & Partings Scheduling aus Kanada, Start: Nov. 2008), Simon (Hoffe-bald-Ingenieur aus Deutschland :-) ), Tom (Bergbauingenieur / Draglineplanung)

Leider sind viele Fotos so verwackelt, dass ich die anderen Kollegen nicht wirklich zeigen kann. Ich werde vielleicht ein ander Mal noch ein paar Fotos schießen. Dann werden aber wahrscheinlich alle die Einheitsarbeitsklamotten anhaben, wie Jack auf dem Foto. Ich war sowieso erstaunt, dass die meisten normale Sachen anhatten, da die Feier schon um 16.00 Uhr begann und eigentlich bis zu der Zeit gearbeitet wird. Die werden doch wohl nicht..., also sowas!!
Als Entschuldigung dass ich den Namen von Ryans Freundin vergessen hab, stelle ich noch ein Bild von Ihr mit mir rein. Sie stammt ebenfalls aus Kanada und ist mit ihm nach Australien gezogen. Obwohl Sie nichts mit Bergbau zu tun hat, hat sie den Abend eigentlich ziemlich gut durchgehalten und sich köstlich amüsiert.
Hier habe ich noch ein Foto von Bill gefunden. Man kann hier zwei Sachen ziemlich deutlich erkennen. Erstens, er ist im Gegensatz zum Rest von uns in der Mittelfristplanung eingesetzt - deshalb auch die weitsichtige Bierkonsumabschätzung und Bierreservenwirtschaft. Zweitens findet er den Gerstensaft sehr bekömmlich. Er braut übrigens selber. Ich hab ihn da mal drauf angesprochen und wir haben etwas fachgesimpelt. Lachen musste ich über die Antwort auf die Frage, warum er selber braut: "Es ist einfach deutlich billiger! Ich trinke gerne mal was". Kaum zu glauben, dass der bis jetzt bei jeder Veranstaltung, bei der ich Ihn getroffen hab (ich glaub, das war wirklich jede Veranstaltung, bei der ich war) nicht unter 15 Bier nach Hause gegangen ist. Bei manchen ist es mir wirklich ein Rätsel, wo das ganze Volumen hingeht...

So, das wars für heute - schönen Abend noch.

Simon

Donnerstag, 27. November 2008

Das wars – leider!

Die Zeit vergeht echt zu schnell, zumindest wenn’s um die schönen Dinge im Leben geht. Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich gestern erst mit dem SKW-fahren angefangen, aber es ist nun schon einen Monat her und damit meine Zeit als aktiver „Truckie“ abgelaufen. Heute war meine letzte (Tag-) Schicht, die um 18.30 Uhr auf dem Truck-Parkplatz der „Coal and Partings“ – Crew endete. Die vergangenen vier Wochen war ich in dieser Crew, die sich, wie ihre Bezeichnung schon erahnen lässt, mit dem Laden und Fördern der Kohle und den Zwischenmitteln (taubes Gestein zwischen den Flözen) beschäftigt. Ich muss sagen, dass es immer wieder ein schönes Erlebnis ist, wenn man eine längere Zeit mit einem gut eingespielten Team zusammenarbeiten darf. Ich glaube, ich hab hier echt die beste Crew des Bergwerks erwischt. Die Leute waren extrem hilfsbereit und haben meine „Anfängeraktionen“ am Anfang sehr geduldig ertragen, sodass ich eigentlich sehr schnell in meine Aufgabe rein gewachsen bin. Auch die Mittagspausen und das gemeinsame Grillen jeden Sonntag werden mir in guter Erinnerung bleiben…

links und mitte: Beladen in SKW-Stellung 90° zum Bagger rechts: SKW-Stellung 45° zum Bagger
alle: Annäherung an den Bagger immer im Uhrzeigersinn, Flözmächtigkeit: 4m - 6m!, Gewinnung: Doublebenching

Auch nach einem Monat macht das Truckspielen noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Ist halt einfach Sandkastenspielen für Große. Dabei finde ich es immer am lustigsten, wenn Frauen mitspielen. Es sieht irgendwie noch beeindruckender aus, wenn ein zierliches Mädchen so ein Monster fährt. Dass da mache Männer Probleme bekommen, weil sie nicht mehr wissen, mit was sie angeben sollen, leuchtet irgendwie ein :-).
Hab heute noch schnell die Chance genutzt und bei schönem Wetter (endlich wieder warm und sonnig) ein paar Bilder von mir schießen lassen. Doch leider hatte Mel nicht das richtige Händchen für meinen Fotoapparat, sodass irgendwie entweder das Objekt nicht ganz drauf ist oder ich blöd ausschau – nun gut, für letzteres kann sie nichts. Hab mich trotzdem durchgerungen, Euch ein paar Bilder zur Verfügung zu stellen.


beide: walkaround inspection after having swoped out Mel on 713...
Hier also mein letzter Truck, den ich gefahren habe. Es war immer ein CAT 789C, jedoch wechselt man bedingt durch den sog „hot seat changeover“ während der Schicht einmal den Truck. Das Bergwerk kann es sich nicht leisten, dass die Trucks auf dem Parkplatz stehen, während wir ne Stunde Mittagspause (in der Nachtschicht ne halbe Stunde um 12.00 und 4.00 Uhr) genießen. Jemand anderes übernimmt den Truck und man selbst springt dann nach der Pause auf den nächsten hereinkommenden SKW auf. So sind die Trucks eigentlich 7 Tage die Woche für 24 Stunden im Dauerbetrieb. Allerdings gibt’s, abgesehen von Reparatur und Wartungsintervallen noch ein Ereignis, bei dem die Arbeit ruhen muss: bei schlechten Witterungsbedingungen, respektive Regen und Gewitter (Blitzgefahr). Durch das Wasser auf den Wegen wird ein Manövrieren unmöglich und man rutscht ohne Kontrolle rum. Außerdem kann ein Blitzschlag neben seinen direkten Auswirkungen auf den Fahrer zur Aufheizung der Reifen führen, sodass diese explodieren können. Es ist schon mehr als einmal passiert, dass Reifen noch nach mehr als 12 Stunden und länger plötzlich explodiert sind. Dabei ist die freigesetzte Energie nicht zu unterschätzen, die eine erwachsene Person ohne weiteres 2.500m in den Himmel katapultieren kann.
Dummerweise war eine meiner Nachtschichten von Regenwetter betroffen und ich hatte die ganze Schicht nicht wirklich was zu tun (wie alle anderen). Die Subunternehmer werden dann nach Hause geschickt, während die Stammbelegschaft (zu der ich ja gehöre) vor Ort bleiben muss. Ich hab dann die Zeit „genutzt“ und es mir beim Dispatcher gemütlich gemacht. Der Dispatcher ist praktisch das organisatorische Herzstück der Grube. Von dort werden sämtliche Vorgänge in der Grube in Echtzeit überwacht und die Computer in den Trucks angesteuert. So wird hier entschieden, zu welchem Bagger oder Radlader, bzw. Seilbagger sie Dich als Truckie hinschicken oder ob Du zur Tankstelle sollst. Außerdem kümmert sich der Dispatcher um die meisten organisatorischen Sachen, die direkt mit dem Betriebsablauf in Zusammenhang stehen (nicht jedoch um entscheidungsabhängige Sachen, die von den einzelnen Supervisoren entschieden werden). Der Job als Dispatcher sieht immer sehr einfach aus, ist er aber ganz und gar nicht. Manchmal läuft ne halbe Stunde alles reibungslos und dann kommen plötzlich reihenweise Probleme, die zu lösen sind. Für diesen Job ist es ideal, wenn man eine Nebenbeschäftigung hat, die einen über die Zeit „problemlose Zeit“ hinweg rettet. Glenn, der Dispatcher unserer Schicht hat sich hierfür eine super Sache zugelegt. Er ist künstlerisch sehr begabt und zeichnet Karikaturen nach Auftrag. So macht er alle Zeichnungen, die der Betrieb für Sicherheitstrainings benötigt und verpackt dabei wichtige Botschaften in schöne Karikaturen. Aber auch Privatpersonen malt er gerne mal was, entwirft Weihnachtskalender und Postkarten. Als ich in der besagten Schicht bei ihm im Leitstand saß, hat er gerade eine Weihnachtskarte für den Kohleverladehafen in Newcastle gemalt. Ich hab mal für Euch ein Foto davon gemacht.

Glenns Hobby - Karikaturen
Schaut doch echt nicht schlecht aus, oder? Für diese Karte benötigt er eine Schicht, dann ist sie komplett fertig. Für einfache, einfarbige Bleistiftzeichnungen braucht er aber nur 5 Minuten. Das schwierigste ist, sagt er, ein geeignetes Motiv zu finden, sprich nen guten Einfall zu haben.

Mit etwas Wehmut habe ich also heute meinen Heimweg angetreten. Dennoch bin ich froh, dass ich einen Monat mit den Jungs verbringen konnte, dass während dieser Zeit nichts passiert ist und ich mein Gerät immer wieder in dem Zustand übergeben konnte, in dem ich es bekommen hatte.

End of shift: "713, come to the hardstand, please!"

Ab nächsten Montag bin ich wieder im Büro und kann wieder Vanessa und Co. nerven. Dave wird dann schon im Urlaub und für drei Wochen nicht mehr im Büro sein. Da ich auch nur noch so lange hier bin, werden wir morgen schon unsere Weihnachtsfeier haben. Mal sehen, wie das wird...

Glückauf!

Simon