Diese Woche mache ich es ganz kurz, nicht weil ich nichts zu erzählen hätte, sondern einfach deshalb, weil ich sehr viel zu tun habe und mir für einen größeren Eintrag etwas die Zeit fehlt.
Leider sieht’s im Moment auch nicht danach aus, dass sich das in der kommenden Woche ändern wird. Danach sollte es allerdings besser werden. Dies ist organisatorisch bedingt, da ich ab Montag, dem 27. Oktober vier Wochen lang Muldenkipper im Tagebau fahren werde. Bis dahin muss auch mein Kippen- / Haldenprojekt abgeschlossen sein.
Vielleicht sollte ich mal das „Rätsel“ mit den Halden und Kippen lösen. Allen nicht bergbaubewanderten sei hiermit erklärt, dass Halden definitionsgemäß Materialschüttungen sind, die oberhalb des Geländes liegen, während sich Kippen in einem künstlich geschaffenen Hohlraum befinden. Wie das immer so ist, gibt’s im englischsprachigen Raum solche Unterschiede nicht. Da heiß alles DUMP.
Irgendwie bin ich froh, dass dieses Kapitel Halden / Kippen für mich dann abgeschlossen ist, nachdem ich mich nun drei Wochen ausgiebig damit beschäftigt habe. Es wäre zwar eigentlich mehr Zeit notwendig und ich werde das Projekt auch nicht vollständig abschließen können – die Konstruktion der Kippen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, allerdings ist mein geleistetes Arbeitspensum doch ganz beträchtlich und die Ergebnisse, so denke ich, können sich durchaus sehen lassen.
Nun kommt es nur noch darauf an, die in den vergangenen Wochen und diese Woche ausgearbeiteten Ergebnisse in einem kurzen Dokument zusammenzufassen. Ich hab heute mal schnell ein paar Grafiken zusammengestellt und gleich 15 Seiten raus bekommen. Es sieht ganz so aus, dass ich mich mal wieder den Seitenumfang solcher Arbeiten unterschätzt habe… Es sind aber überwiegend nur Bilder, von daher habe ich meine Englischkenntnisse noch nicht allzu sehr strapazieren müssen. Interessant ist bisher allerdings, dass ich mich offensichtlich im Englischen leichter tue, einen Sachverhalt darzustellen. Das liegt ziemlich eindeutig an meinen Englischkenntnissen, die einen komplizierten Satzbau gar nicht erlauben und daher zu einfachen Aussagen zwingen. Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn ich mir das auch mal im Deutschen vornehmen würde. Das soll nun aber keine Entschuldigung für mein Englisch sein.…
Ja, das ist der aktuelle Planungsstand, der November wird sich also zu einem großen Teil auf einem Liebherr, CAT oder Dresser Muldenkipper (oder allen dreien) abspielen. Dazu gibt’s aber erst mal 1,5 Wochen Training im Vorfeld (mit Fahrsimulator), damit ich das Ding auch sicher die Rampen rauf und runter manövrieren kann. Schließlich soll ich ja auch Herr über 250t – 300t sein, selbst wenn es 10% bergab geht und außerdem soll durch mich keiner zu Schaden kommen.
Danach geht’s wieder zurück ins Büro, wo ich wahrscheinlich für Vanessa die kommenden Abbau für das nächste Jahr planen und konstruieren werde.
So gesehen durchlaufe ich mein Praktikum entgegengesetzt zum Materialstrom: Angefangen von den Halden / Kippen, über den Materialtransport, bis hin zum Gewinnungsort.
Ich hab aber auch schon zu Dave gesagt, dass ich nach diesen zwei Wochen nicht mehr so viele Stunden im Betrieb sein und nun meine Überstunden zurückfahren werde. Eigentlich hat er das eher mit Erleichterung aufgenommen, al s mit Erstaunen. Aus seiner Sicht habe ich Ihn in den vergangenen Wochen mit meiner Arbeit und (wahrscheinlich eher) Einstellung überzeugt. Ich kann davon ausgehen, dass ich ein Arbeitsangebot mit nach Deutschland nehmen werde. Die Details werden in den kommenden Wochen geklärt. Für eine Entscheidung lasse ich mir allerdings bis zum Jahreswechsel Zeit, da ich meine anderen Bewerbungen noch abwarten möchte. Vielleicht geht’s ja doch ins Pilbara oder in den amerikanischen Erzbergbau.
Die zweite Praktikumshälfte werde ich dazu nutzen, mal nach Sydney zu fahren und die Gegend um diese Stadt erkunden. Leider hat sich ja der geplante Besuch von Heiko zerschlagen, sodass ich das nun allein machen muss. Vielleicht kann ich aber einen Abstecher nach Northparkes machen und dabei Claudi’s Bergwerk besichtigen. Das würde sich anbieten, da ich sowieso nach Orange fahren werde, um mir dort Newcrest’s Ridgeway Gold- / Kupfer block cave operation (Blockbruchbau, unter Tage) anzuschauen. Hab jemanden von dort kennen gelernt, der mich gleich zu einer Tour eingeladen hat.
Ihr seht, ich hab straff zu tun, damit ich auch mal etwas Kultur in mein Programm bekomme. Aber ich denke, ich krieg das hin. Dann werde ich hoffentlich auch eine Kamera haben und Euch wieder mit frischen Bildern versorgen können.
Na ja, als kurz kann man den Eintrag nicht betrachten, allerdings ging die Schreiberei jetzt in zehn Minuten über die Bühne, was ich noch verkraften kann…
Ich melde mich nächste Woche wieder.
Bis bald und Glückauf
Simon
1 WOCHE PATAGONIEN
vor 16 Jahren
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen