Nachdem ich seit zwei Wochen im Schichtregime arbeite, habe ich jetzt nicht mehr an jedem Wochenende frei, dafür aber auch mal unter der Woche. Nachtschicht und Tagschicht wechseln sich ab, dazwischen gibt’s dann zwei Tage frei. So habe ich sozusagen alle drei Tage Wochenende. Diese unverhoffte Flut von freien Tagen, die meine neue Aufgabe mit sich bringt (und obendrein noch Extrataschengeld) hat mich dazu bewogen, Kurzausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen.
So bin ich am ersten November Wochenende nach Newcastle and die Küste gefahren, am 10. November war ich dann die Burning Mountains besuchen und letztes Wochenende ging’s mit nem Kollegen nach Sydney. Doch der Reihe nach.
Newcastle
Trotz einiger Wolken am Himmel hatte ich beschlossen nach Newcastle zu fahren und mir die Stadt anzuschauen. Newcastle ist für Singleton so etwas wie Regensburg für Weiden, man könnte sie als die Bezirkshauptstadt des Hunter Valley bezeichnen. Hier befinden sich wichtige Einrichtungen, wie ein Flughafen (über den ich ja nach Australien gekommen bin und auch nach Brisbane geflogen bin) und auch ein Hafen. Dieser ist neben dem Tourismus vor allem für den Handel von Bedeutung, allen voran für das Gold des Hunter Valleys – die Steinkohle. Der Exporthafen von Newcastle ist, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, der größte Kohleexporthafen der Welt. Dementsprechend geschäftig geht es dort auch zu. Ich hab noch nie so viele Schiffe vor einer Hafeneinfahrt warten sehen. Dies mag allerdings auch daran liegen kann, dass die mir bekannten, hiesigen Häfen am Rhein-Main-Donau- Kanal wider erwarten doch nicht der Nabel der Welt hinsichtlich des Handelsvolumens sind :-). Durch das schlechte Wetter war die Sicht eingeschränkt und ich konnte nur 18 Schiffe am Horizont entdecken, ich nehme aber mal an, dass die Zahl weitaus höher gewesen ist.
So bin ich am ersten November Wochenende nach Newcastle and die Küste gefahren, am 10. November war ich dann die Burning Mountains besuchen und letztes Wochenende ging’s mit nem Kollegen nach Sydney. Doch der Reihe nach.
Newcastle
Trotz einiger Wolken am Himmel hatte ich beschlossen nach Newcastle zu fahren und mir die Stadt anzuschauen. Newcastle ist für Singleton so etwas wie Regensburg für Weiden, man könnte sie als die Bezirkshauptstadt des Hunter Valley bezeichnen. Hier befinden sich wichtige Einrichtungen, wie ein Flughafen (über den ich ja nach Australien gekommen bin und auch nach Brisbane geflogen bin) und auch ein Hafen. Dieser ist neben dem Tourismus vor allem für den Handel von Bedeutung, allen voran für das Gold des Hunter Valleys – die Steinkohle. Der Exporthafen von Newcastle ist, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, der größte Kohleexporthafen der Welt. Dementsprechend geschäftig geht es dort auch zu. Ich hab noch nie so viele Schiffe vor einer Hafeneinfahrt warten sehen. Dies mag allerdings auch daran liegen kann, dass die mir bekannten, hiesigen Häfen am Rhein-Main-Donau- Kanal wider erwarten doch nicht der Nabel der Welt hinsichtlich des Handelsvolumens sind :-). Durch das schlechte Wetter war die Sicht eingeschränkt und ich konnte nur 18 Schiffe am Horizont entdecken, ich nehme aber mal an, dass die Zahl weitaus höher gewesen ist.
Newcastle ist durch einen Kohlefund in Küstennähe im 19. Jahrhundert gegründet worden. Bis ins 20. Jahrhundert führte das Dorf jedoch nur ein Schattendasein, bis reichere Kohlevorkommen im Nordwesten gefunden wurden und mit der Industrialisierung Australiens und dem Ausbau der internationalen Schifffahrt dieser Energierohstoff an Bedeutung gewann…
In der Stadt angekommen, bin ich dann erst mal 300 Dollar leichter geworden, da ich mir eine kleine Digitalkamera zugelegt und damit Ersatz für meine in Brisbane verlorene Kamera geschaffen habe. Sie besitzt zwar kein Weitwinkelobjektiv, was mir schon negativ auffällt, allerdings ist sie besser als gar nichts und für Euch die Gewähr, dass Ihr auch mal wieder Bilder anschauen dürft.
Für ein Bad im Meer war es zu kalt oder ich einfach nicht abgehärtet genug. Jedenfalls zog ich es vor, den zahlreichen mit Neoprenanzügen ausgerüsteten Wellenreitern zuzuschauen. Bin den ganzen Tag an der Küste lang gelaufen, hab den Strand und das historische Fort begutachtet und den ein- und ausfahrenden Schiffen zugesehen. Lachen musste ich, als ich die Rammpfähle sah, die zur Uferbefestigung eingesetzt werden. Sie sehen aus wie überdimensionierte Bleistifte.
In der Stadt angekommen, bin ich dann erst mal 300 Dollar leichter geworden, da ich mir eine kleine Digitalkamera zugelegt und damit Ersatz für meine in Brisbane verlorene Kamera geschaffen habe. Sie besitzt zwar kein Weitwinkelobjektiv, was mir schon negativ auffällt, allerdings ist sie besser als gar nichts und für Euch die Gewähr, dass Ihr auch mal wieder Bilder anschauen dürft.
Für ein Bad im Meer war es zu kalt oder ich einfach nicht abgehärtet genug. Jedenfalls zog ich es vor, den zahlreichen mit Neoprenanzügen ausgerüsteten Wellenreitern zuzuschauen. Bin den ganzen Tag an der Küste lang gelaufen, hab den Strand und das historische Fort begutachtet und den ein- und ausfahrenden Schiffen zugesehen. Lachen musste ich, als ich die Rammpfähle sah, die zur Uferbefestigung eingesetzt werden. Sie sehen aus wie überdimensionierte Bleistifte.
Die Altstadt Newcastles ist nicht wahnsinnig groß, jedoch ist das Uni-Viertel sehr hübsch gemacht und die Christ Church Cathedral durchaus sehenswert. Für Touristen von größerer Bedeutung dürfte wohl die Küste im Süden der Stadt sein, wo meine Kollegen häufig das Wochenende zum Schwimmen, Segeln oder Tauchen verbringen. Dafür aber hatte ich nicht die Zeit, da ich abends schon wieder nach Hause musste.
Burning Mountain
Während der nächsten Arbeitspause habe ich den schönen Tag genutzt und bin den New England Highway nach Norden gefahren. Ziel war das Gebiet des Burning Mountain nördlich von Muswellbrook, ca. 100km von Singleton entfernt. Ich hatte schon mal in einem früheren Eintrag erwähnt, dass es hier einen natürlich initiierten Kohlebrand gibt. Seit ungefähr 5.500 Jahren brennt dort unaufhaltsam die Erde. In einem Touristenführer hatte ich mal gelesen, dass es einen Wanderweg geben soll, der direkt zum Brand führt. Mit diesem Wissen im Gepäck habe ich mich auf den Weg gemacht.
Burning Mountain
Während der nächsten Arbeitspause habe ich den schönen Tag genutzt und bin den New England Highway nach Norden gefahren. Ziel war das Gebiet des Burning Mountain nördlich von Muswellbrook, ca. 100km von Singleton entfernt. Ich hatte schon mal in einem früheren Eintrag erwähnt, dass es hier einen natürlich initiierten Kohlebrand gibt. Seit ungefähr 5.500 Jahren brennt dort unaufhaltsam die Erde. In einem Touristenführer hatte ich mal gelesen, dass es einen Wanderweg geben soll, der direkt zum Brand führt. Mit diesem Wissen im Gepäck habe ich mich auf den Weg gemacht.
Man hat wieder mal gemerkt, dass es in Australien nicht wirklich viel Freunde des Wanderns gibt, denn der Weg war nicht wirklich ausgetreten, sondern eher ziemlich zugewachsen, sodass man öfter mal durch kniehohes Gras laufen musste. Zudem wäre es ganz gut gewesen, wenn an diesem Tag vor mir schon einer den Weg lang gelaufen wäre, denn dann hätte ich nicht ständige Spinnennetze im Gesicht gehabt, haha.
Ansonsten ist der Weg eigentlich recht schön gemacht. Hinweistafeln geben Auskunft über die Historie dieser Region und die Entdeckungsgeschichte des Kohlebrandes, sowie informative Hinweise zu den Auswirkungen des Feuers auf die unmittelbaren Gesteine, die Flora und Fauna. Ist schon interessant zu sehen, wie heiße Gase aus den Erdspalten austreten und die Hitze dazu führt, dass der tonige Boden zu Ziegeln verbacken ist. Die ersten Siedler hielten den Brand zuerst für einen Vulkan, was sich allerdings bald als ein Irrtum herausstellte. Hat sich der Flözbrand über eine gewisse Strecke weiter bewegt, bricht der entstandene Hohlraum unter der last des Deckgebirges zusammen. So entstehen an der Oberfläche die typischen, gestaffelten Brüche.
Nach ungefähr vier Stunden hatte ich dann alles Wichtige gesehen, drei Kängurus aufgescheucht und irgend so eine Echse beim Schlafen gestört. Zeit, die Heimreise anzutreten. Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch das Gebiet unseres neuen geplanten Tagebaus Mount Pleasant angeschaut, der gleich neben unserer anderen Grube Bengalla liegt. 10,5 Mio. Tonnen ROM (Run Of Mine) soll die Grube mal pro Jahr liefern und damit einen bedeutenden Beitrag zu Rio Tinto Coal Australia’s Output liefern, nur leider gibt’s mittlerweile auch in Australien Leute, die gegen den Bergbau vorgehen. Fast an jedem Ortseingang kann man mannshohe Plakate sehen, die gegen den Bergbau wettern. Zum einen kann ich das zwar hinsichtlich einer teilweise etwas mageren Wiedernutzbarmachungspolitik der Bergbaubetriebe verstehen. Allerdings wird andererseits komplett vergessen, dass diese Region zu einem großen Teil vom Bergbau lebt. Mehr als die Hälfte aller Jobs finden sich direkt im Bergbau und allein die Förderabgaben bescheren der Hunterregion jährlich Erträge in Milliardenhöhe. Gerade im Moment wird über eine Erhöhung des Förderzinses diskutiert. Die von der Regierung von New South Wales angedachte und an das Modell Queenslands angepasste Förderabgabenregime würde zusätzliche 1,6 Mrd. Dollar in die öffentlichen Kassen spülen. Kein Wunder, dass die Förderer jetzt Sturm laufen. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, wie der Förderzins berechnet wird. Dieser ist nämlich nach Erlösen gestaffelt und zudem davon abhängig, ob im Tagebau oder unter Tage gefördert wird. So wird bis zu Erlösen von 100 Dollar pro Tonne 7% bei Tagebauen, 6% bei oberflächennahen Tiefbauen und 5% bei tieferen Tiefbauen (in der Regel Schachtanlagen) in Rechnung gestellt. Übersteigen die Erlöse 100 Dollar pro Tonne, werden pauschal 10% fällig. Ich finde das dahingehend interessant, dass bei abschwächender Konjunktur und fallenden Preisen automatisch der Staatsanteil bei den Abgaben zurückgeht und somit der Betrieb gestützt oder anders ausgedrückt, subventioniert wird. Auch die Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Bergbauformen ist interessant und sollte durchaus mal diskutiert werden, da es sich im Grunde um Wettbewerbsverzerrung handelt. Zur kurzen Information für Nicht-Eingeweihte: Deutschland erhebt weder für die Braunkohle, noch für die Steinkohle eine tonnenbezogene Förderabgabe (jedoch eine insignifikante Feldesabgabe).
Sydney

Letzten Freitagmorgen, gleich nach dem Ende der Nachtschicht bin ich mit meinem Kollegen nach Sydney aufgebrochen. Er hat mit mir angefangen SKW zu fahren und hat mich ziemlich schnell eingeladen, mit Ihm ein Wochenende in Sydney zu verbringen. Er hat dort ein Haus, wo ich wohnen konnte. Eine für mich sehr preiswerte Angelegenheit :-). Entgegen meinen Vermutungen dauerte die Fahrt nur 2.5 Stunden. Es wäre aber noch deutlich schneller gegangen, wenn man auf den blöden Straßen mal ordentliche Geschwindigkeiten fahren dürfte. 100 Stundenkilometer sind echt nervtötend und in dieser Hinsicht freue ich mich echt auf Deutschland. Dort angekommen, war erst mal Schlafen angesagt,
was ich auch sehr ausführlich getan haben, sodass ich erst abends wieder aufgewacht bin. Dann gings nach Hause zur Freundin meines Kollegen. Sie wohnt im Süden Sydneys und die Fahrt dorthin dauerte eine Stunde. Im Berufsverkehr braucht man hierfür genauso lange, wie von Singleton nach Sydney. Hab dort Ihre Familie kennen gelernt und sehr gut gegessen. Zum Nachtisch gabs im Fernsehen noch ein bisschen australisches Kabarett, was zur Ausnahme mal gut war, im Vergleich zum allgemeinen australischen „Unterschichtenfernsehen“ (Zitat eines Bergwirtschaftslehre Professors). Am Samstag gings dann zusammen mit Chris und seiner Freundin in die Stadt. Der Weg führte vom Opera House über die Harbour Bridge, Luna Park, Circular Quay und CBD bis zur China Town von New South Wales Hauptstadt. Zwar hatte das Wetter nicht so richtig mitspielen und die Sonne freigeben wollen, jedoch blieben wir glücklicherweise vom Regen verschont. Dennoch hing die Wolkendecke so niedrig, dass sich ein Besuch des City Towers nicht gelohnt hätte, da man nur Wolken gesehen hätte. Aber nichtsdestotrotz hat sich der Tag absolut gelohnt.
was ich auch sehr ausführlich getan haben, sodass ich erst abends wieder aufgewacht bin. Dann gings nach Hause zur Freundin meines Kollegen. Sie wohnt im Süden Sydneys und die Fahrt dorthin dauerte eine Stunde. Im Berufsverkehr braucht man hierfür genauso lange, wie von Singleton nach Sydney. Hab dort Ihre Familie kennen gelernt und sehr gut gegessen. Zum Nachtisch gabs im Fernsehen noch ein bisschen australisches Kabarett, was zur Ausnahme mal gut war, im Vergleich zum allgemeinen australischen „Unterschichtenfernsehen“ (Zitat eines Bergwirtschaftslehre Professors). Am Samstag gings dann zusammen mit Chris und seiner Freundin in die Stadt. Der Weg führte vom Opera House über die Harbour Bridge, Luna Park, Circular Quay und CBD bis zur China Town von New South Wales Hauptstadt. Zwar hatte das Wetter nicht so richtig mitspielen und die Sonne freigeben wollen, jedoch blieben wir glücklicherweise vom Regen verschont. Dennoch hing die Wolkendecke so niedrig, dass sich ein Besuch des City Towers nicht gelohnt hätte, da man nur Wolken gesehen hätte. Aber nichtsdestotrotz hat sich der Tag absolut gelohnt.links und mitte: Harbour Bridge rechts: Opera House und CBD
Während die Harbour Bridge voll und ganz meine Erwartungen erfüllte und wirklich ein außerordentliches Bauwerk darstellt, war ich vom Opera House etwas enttäuscht. Ich hatte sie mir ehrlich gesagt etwas weißer vorgestellt und nicht als leicht vergilbten Betonbau. In der Tat sieht sie von weitem viel besser aus, als von der Nähe betrachtet. Es kann jedoch auch sein, dass sich das Bild anders darstellt, wenn die Sonne scheint. Außerdem wurde mir gesagt, dass das Gebäude regelmäßig gereinigt wird und der nächste Putz bald ansteht. Vielleicht sieht’s bei meinem nächsten Besuch besser aus. Das wirklich markanteste Bauwerk Sydneys ist zweifelsohne die Harbour Bridge. Diese ca. 52.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion überspannt die Bucht von Sydney und verbindet den nördlichen mit dem südlichen Teil der Stadt und umgekehrt. Der Startschuss für den Brückenbau fiel im Jahr 1924 und sicherte knapp 8 Jahre lang ca. 1.700 Menschen unmittelbar Lohn und Brot. Da die Bauzeit genau in die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre fiel, wurde sie von vielen Menschen liebevoll die „Eiserne Lunge“ genannt, da sie auch in dieser schwierigen Zeit Arbeit sicherte. In einem der mit Granit verkleideten Pfeiler (Südpfeiler) ist ein schönes Museum eingerichtet, in dem man den Werdegang der Brücke verfolgen kann, deren Notwendigkeit übrigens lange diskutiert wurde und auch Tunnelvarianten im Gespräch waren (so einen gibt’s übrigens auch seit der Jahrtausendwende). Für mich faszinierend waren Fotos vom Bau der Brücke. Man muss sich ja
vorstellen, dass der riesige Bogen, der die 8 Auto- und Bus- Spuren, zwei Bahngleise, zwei Radwege und einen Fußweg (Gesamtbreite: 50m, immer noch im Guinnesbuch der Rekorde als breiteste Bogenbrücke der Welt) trägt einmal gebaut werden musste. Dies erfolgte beginnenden von den beiden Brückenpfeilern auf einander zu. Um den Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen, konnte man keine vorübergehend tragende Gerüstkonstruktion bauen, sondern musste die beiden über die Bucht kragenden Bogensegmente über Seilabspannungen in ihrer Position halten. Schließlich ist jedes Bogenelement nur über ein Drehgelenk mit dem Fundament verankert. Als man dann die beiden Segmente fertig hatte, wurden die Seile entspannt und die Konstruktion an der Verbindungsstelle in der Mitte um 18cm abgesenkt, sodass sich die beiden Segmente im Kupplungssegment miteinander verzahnen konnten. Ich finde es absolut beeindruckend, welche technisch-konstruktive Meisterleistung unsere Vorfahren da vollbrachten. Interessant ist auch, dass sich die Bogenkonstruktion bei den unterschiedlichen Temperaturen während des Jahres aufgrund der Wärmeausdehnung des Stahls um ca. 18cm hebt und senkt. Damit wird mal wieder deutlich, wie wichtig hier eine bestimmte Lagerung des Trag- / Fachwerkes notwendig, was mich sehr an Technische Mechanik erinnert: „ Am besten, Ihr mach erscht mal eine Schkizze und schneidet dann frei…“(haha). Achso, damit das Bauwerk auch recht lange hält, muss es sicher vor Rost geschützt werden. Deshalb wurden der Stahl und die ca. 6 Millionen Nieten am Anfang dreimal gestrichen. Dazu wurden mal einfach so 272.000 Liter Farbe verbraucht. Auch heute wird regelmäßig gespritzt, sodass sich das Bauwerk in einem sehr guten Zustand befindet und noch lange halten sollte…
vorstellen, dass der riesige Bogen, der die 8 Auto- und Bus- Spuren, zwei Bahngleise, zwei Radwege und einen Fußweg (Gesamtbreite: 50m, immer noch im Guinnesbuch der Rekorde als breiteste Bogenbrücke der Welt) trägt einmal gebaut werden musste. Dies erfolgte beginnenden von den beiden Brückenpfeilern auf einander zu. Um den Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen, konnte man keine vorübergehend tragende Gerüstkonstruktion bauen, sondern musste die beiden über die Bucht kragenden Bogensegmente über Seilabspannungen in ihrer Position halten. Schließlich ist jedes Bogenelement nur über ein Drehgelenk mit dem Fundament verankert. Als man dann die beiden Segmente fertig hatte, wurden die Seile entspannt und die Konstruktion an der Verbindungsstelle in der Mitte um 18cm abgesenkt, sodass sich die beiden Segmente im Kupplungssegment miteinander verzahnen konnten. Ich finde es absolut beeindruckend, welche technisch-konstruktive Meisterleistung unsere Vorfahren da vollbrachten. Interessant ist auch, dass sich die Bogenkonstruktion bei den unterschiedlichen Temperaturen während des Jahres aufgrund der Wärmeausdehnung des Stahls um ca. 18cm hebt und senkt. Damit wird mal wieder deutlich, wie wichtig hier eine bestimmte Lagerung des Trag- / Fachwerkes notwendig, was mich sehr an Technische Mechanik erinnert: „ Am besten, Ihr mach erscht mal eine Schkizze und schneidet dann frei…“(haha). Achso, damit das Bauwerk auch recht lange hält, muss es sicher vor Rost geschützt werden. Deshalb wurden der Stahl und die ca. 6 Millionen Nieten am Anfang dreimal gestrichen. Dazu wurden mal einfach so 272.000 Liter Farbe verbraucht. Auch heute wird regelmäßig gespritzt, sodass sich das Bauwerk in einem sehr guten Zustand befindet und noch lange halten sollte…Damit war dann auch schon mein Samstag gelaufen und wir sind in unser Quartier zurückgekehrt. Für den Sonntag stand eigentlich nur eine Sache auf dem Programm: Der Sydney Taronga Zoo. Doch bevor es da hin gehen sollte, hat mich Chris erst mal in die Kirche gefahren, wo ich einen sehr schön gestalteten Gottesdienst erleben konnte: sehr schlicht, mit wunderbaren Sologesangseinlagen das wesentliche hervorhebend, wirklich schön. Danach gings zum Circular Quay, dem CBD Hafen und von dort mit der Fähre direkt zur Anlegestelle des Zoos. Wir haben dann den ganzen Nachmittag damit verbracht, diverse Tiere anzuschauen. War schon interessant, die Sachen mal gesehen zu haben. Vor allem, dass Koalas 20 Stunden am Tag schlafen. Das machen sie jedoch nicht aus Faulheit sondern wegen der äußerst schwer verdaulichen Eukalyptusblätter.
Aber ich hatte durch meine Erlebnisse in Südafrika allerdings schon einiges gesehen, was offensichtlich nicht so ohne weiteres zu toppen ist. Hier konnte ich halt die typisch australischen Spezies sehen – oder auch nicht. In einem Schlangenterrarium fehlte die Schlange. Da sie wirklich kein Besucher entdecken konnte, nehme ich mal an, dass sie in diesem Moment auf Freigang war. Auch war die Python sehr beeindruckend dick. Ob das mit dem kürzlichen spurlosen Verschwinden des Schlangenwärters im Zusammenhang steht, ist noch nicht vollends geklärt.
Danach gings zurück nach Hause, schnell alle Sachen zusammengepackt und auf nach Singleton, schließlich musste ich ja am Montagmorgen wieder zum Truck spielen.
Eine Sache ist mir während der zwei Tage deutlich aufgefallen. Die Leute haben hier eindeutig den besseren Geschmack hinsichtlich der richtigen Autos. Während in Singleton immer noch die meisten glauben, der GM verschnitt Holden und Ford seien die einzig wahren Autos, ist in Sydney (und auch in Brisbane) mittlerweile bekannt, dass es noch viel bessere Sachen gibt. Da in Australien der Sprit in etwa halb so viel kostet wie in Deutschland, sind PS- starke Motoren gefragt. Dementsprechend ist hier fast jeder VW ein GTI, egal ob Golf oder Polo – eine echte Augenweide, sie sind aber auch schöne Autos.
Ein VW Händler bestätigte mir auf Anfrage, dass es praktisch die einzigen VWs sind, die er verkauft. Aber es bleibt noch viel Arbeit, um die Leute hier von guten Dingen zu überzeugen. Immerhin wissen meine Kollegen hier nun, was Volkswagen bedeutet. Jede Nachtschicht zwischen 3 und 4 Uhr spielen wir über Funk ein Ratespiel. Eine eigentlich gute Sache, die von der Betriebsleitung auch gerne geduldet wird, da sie eine Maßnahme ist, um die Leute wach zu halten. Nicht dass Ihr jetzt meint, wir würden hier nichts arbeiten. Aber wenn man zweimal für 6 Stunden hinter dem Steuer sitzt, ist der (Sekunden-) Schlaf die größte Unfallgefahr. Letztens kam dann die Frage: „What is the German translation for people’s car?“. Da konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und musste der erste mit der Antwort sein :-) . Bin ja mal gespannt, welche Fragen morgen Nachts kommen werden.
Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen mal ein paar Bilder vom Truckfahren zu schießen und sie dann in den Blog stellen.
Ansonsten stelle ich fest, dass sich meine Zeit hier in Australien mit riesigen Schritten dem Ende zu neigt. Heute sinds nur noch vier Wochen und in den kommenden Tagen werde ich dann auch der letzte meines Standes in Australien sein. Heiko fliegt ja schon am Samstag zurück und Claudia folgt nächste Woche. Dann heißt es bis zum 19. Dezember: Simon alone in Australia! (angepasstes Zitat von M.P.). Ich wünsche beiden eine gute Heimreise und freue mich auf ein Wiedersehen in unserem Winterurlaub.
Bis bald und Glückauf!
Simon














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