Sonntag, 30. November 2008

Weihnachtsfeier im November ?!?!

Letzten Freitag stand ne kleine Weihnachtsfeier für unser Team auf dem Programm. Eigentlich war es dafür viel zu früh, es gab aber nen triftigen, entscheidenden Grund, zusammen zu feiern: Dave, mein Chef ist ab Montag für 3 Wochen im Urlaub und kommt deshalb erst wieder ins Büro zurück, wenn ich schon weg bin. Also war vergangenen Freitag die letzte Möglichkeit, meinen Abschied zu feiern. Ich hatte mein wichtigstes Weihnachstgeschenk ebenfalls schon ein wenig vorgezogen und am Donnerstag meinen unterschriebenen Arbeitsvertrag auf Dave's Schreibtisch platziert.

Jetzt ist es also offiziell - ab 1. September 2009 werde ich hier auf der Grube Mount Thorely Warkworth als Medium Term Design Engineer anfangen. Grund genug, schon mal mit dem Team auf das Wiedersehen anzustoßen...

Es folgte ein ziemlich unterhaltsamer Abend, der aufgrund der Gratisgetränke meinen Geldbeutel in bester Verfassung ließ, dafür jedoch meine Leber ziemlich beschäftigte :-). Im Folgenden habe ich kurz ein paar Bilder eingefügt, die einen Teil meiner künftigen Kollegen zeigen, die ich eigentlich jetzt schon alle richtig lieb gewonnen hab.

links (von links nach rechts): Jack (Special Operations und Hauptstreiter mit diversen Behörden), Rick (Shovel-Markscheider), Colby (18-Wochenplaner / Bergbauingenieur aus Kanada, Start: Juni 2008)
rechts (von links nach rechts): Ryan mit Freundin (Name??) (Bergbauingenieur / Coal & Partings Scheduling aus Kanada, Start: Nov. 2008), Simon (Hoffe-bald-Ingenieur aus Deutschland :-) ), Tom (Bergbauingenieur / Draglineplanung)

Leider sind viele Fotos so verwackelt, dass ich die anderen Kollegen nicht wirklich zeigen kann. Ich werde vielleicht ein ander Mal noch ein paar Fotos schießen. Dann werden aber wahrscheinlich alle die Einheitsarbeitsklamotten anhaben, wie Jack auf dem Foto. Ich war sowieso erstaunt, dass die meisten normale Sachen anhatten, da die Feier schon um 16.00 Uhr begann und eigentlich bis zu der Zeit gearbeitet wird. Die werden doch wohl nicht..., also sowas!!
Als Entschuldigung dass ich den Namen von Ryans Freundin vergessen hab, stelle ich noch ein Bild von Ihr mit mir rein. Sie stammt ebenfalls aus Kanada und ist mit ihm nach Australien gezogen. Obwohl Sie nichts mit Bergbau zu tun hat, hat sie den Abend eigentlich ziemlich gut durchgehalten und sich köstlich amüsiert.
Hier habe ich noch ein Foto von Bill gefunden. Man kann hier zwei Sachen ziemlich deutlich erkennen. Erstens, er ist im Gegensatz zum Rest von uns in der Mittelfristplanung eingesetzt - deshalb auch die weitsichtige Bierkonsumabschätzung und Bierreservenwirtschaft. Zweitens findet er den Gerstensaft sehr bekömmlich. Er braut übrigens selber. Ich hab ihn da mal drauf angesprochen und wir haben etwas fachgesimpelt. Lachen musste ich über die Antwort auf die Frage, warum er selber braut: "Es ist einfach deutlich billiger! Ich trinke gerne mal was". Kaum zu glauben, dass der bis jetzt bei jeder Veranstaltung, bei der ich Ihn getroffen hab (ich glaub, das war wirklich jede Veranstaltung, bei der ich war) nicht unter 15 Bier nach Hause gegangen ist. Bei manchen ist es mir wirklich ein Rätsel, wo das ganze Volumen hingeht...

So, das wars für heute - schönen Abend noch.

Simon

Donnerstag, 27. November 2008

Das wars – leider!

Die Zeit vergeht echt zu schnell, zumindest wenn’s um die schönen Dinge im Leben geht. Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich gestern erst mit dem SKW-fahren angefangen, aber es ist nun schon einen Monat her und damit meine Zeit als aktiver „Truckie“ abgelaufen. Heute war meine letzte (Tag-) Schicht, die um 18.30 Uhr auf dem Truck-Parkplatz der „Coal and Partings“ – Crew endete. Die vergangenen vier Wochen war ich in dieser Crew, die sich, wie ihre Bezeichnung schon erahnen lässt, mit dem Laden und Fördern der Kohle und den Zwischenmitteln (taubes Gestein zwischen den Flözen) beschäftigt. Ich muss sagen, dass es immer wieder ein schönes Erlebnis ist, wenn man eine längere Zeit mit einem gut eingespielten Team zusammenarbeiten darf. Ich glaube, ich hab hier echt die beste Crew des Bergwerks erwischt. Die Leute waren extrem hilfsbereit und haben meine „Anfängeraktionen“ am Anfang sehr geduldig ertragen, sodass ich eigentlich sehr schnell in meine Aufgabe rein gewachsen bin. Auch die Mittagspausen und das gemeinsame Grillen jeden Sonntag werden mir in guter Erinnerung bleiben…

links und mitte: Beladen in SKW-Stellung 90° zum Bagger rechts: SKW-Stellung 45° zum Bagger
alle: Annäherung an den Bagger immer im Uhrzeigersinn, Flözmächtigkeit: 4m - 6m!, Gewinnung: Doublebenching

Auch nach einem Monat macht das Truckspielen noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Ist halt einfach Sandkastenspielen für Große. Dabei finde ich es immer am lustigsten, wenn Frauen mitspielen. Es sieht irgendwie noch beeindruckender aus, wenn ein zierliches Mädchen so ein Monster fährt. Dass da mache Männer Probleme bekommen, weil sie nicht mehr wissen, mit was sie angeben sollen, leuchtet irgendwie ein :-).
Hab heute noch schnell die Chance genutzt und bei schönem Wetter (endlich wieder warm und sonnig) ein paar Bilder von mir schießen lassen. Doch leider hatte Mel nicht das richtige Händchen für meinen Fotoapparat, sodass irgendwie entweder das Objekt nicht ganz drauf ist oder ich blöd ausschau – nun gut, für letzteres kann sie nichts. Hab mich trotzdem durchgerungen, Euch ein paar Bilder zur Verfügung zu stellen.


beide: walkaround inspection after having swoped out Mel on 713...
Hier also mein letzter Truck, den ich gefahren habe. Es war immer ein CAT 789C, jedoch wechselt man bedingt durch den sog „hot seat changeover“ während der Schicht einmal den Truck. Das Bergwerk kann es sich nicht leisten, dass die Trucks auf dem Parkplatz stehen, während wir ne Stunde Mittagspause (in der Nachtschicht ne halbe Stunde um 12.00 und 4.00 Uhr) genießen. Jemand anderes übernimmt den Truck und man selbst springt dann nach der Pause auf den nächsten hereinkommenden SKW auf. So sind die Trucks eigentlich 7 Tage die Woche für 24 Stunden im Dauerbetrieb. Allerdings gibt’s, abgesehen von Reparatur und Wartungsintervallen noch ein Ereignis, bei dem die Arbeit ruhen muss: bei schlechten Witterungsbedingungen, respektive Regen und Gewitter (Blitzgefahr). Durch das Wasser auf den Wegen wird ein Manövrieren unmöglich und man rutscht ohne Kontrolle rum. Außerdem kann ein Blitzschlag neben seinen direkten Auswirkungen auf den Fahrer zur Aufheizung der Reifen führen, sodass diese explodieren können. Es ist schon mehr als einmal passiert, dass Reifen noch nach mehr als 12 Stunden und länger plötzlich explodiert sind. Dabei ist die freigesetzte Energie nicht zu unterschätzen, die eine erwachsene Person ohne weiteres 2.500m in den Himmel katapultieren kann.
Dummerweise war eine meiner Nachtschichten von Regenwetter betroffen und ich hatte die ganze Schicht nicht wirklich was zu tun (wie alle anderen). Die Subunternehmer werden dann nach Hause geschickt, während die Stammbelegschaft (zu der ich ja gehöre) vor Ort bleiben muss. Ich hab dann die Zeit „genutzt“ und es mir beim Dispatcher gemütlich gemacht. Der Dispatcher ist praktisch das organisatorische Herzstück der Grube. Von dort werden sämtliche Vorgänge in der Grube in Echtzeit überwacht und die Computer in den Trucks angesteuert. So wird hier entschieden, zu welchem Bagger oder Radlader, bzw. Seilbagger sie Dich als Truckie hinschicken oder ob Du zur Tankstelle sollst. Außerdem kümmert sich der Dispatcher um die meisten organisatorischen Sachen, die direkt mit dem Betriebsablauf in Zusammenhang stehen (nicht jedoch um entscheidungsabhängige Sachen, die von den einzelnen Supervisoren entschieden werden). Der Job als Dispatcher sieht immer sehr einfach aus, ist er aber ganz und gar nicht. Manchmal läuft ne halbe Stunde alles reibungslos und dann kommen plötzlich reihenweise Probleme, die zu lösen sind. Für diesen Job ist es ideal, wenn man eine Nebenbeschäftigung hat, die einen über die Zeit „problemlose Zeit“ hinweg rettet. Glenn, der Dispatcher unserer Schicht hat sich hierfür eine super Sache zugelegt. Er ist künstlerisch sehr begabt und zeichnet Karikaturen nach Auftrag. So macht er alle Zeichnungen, die der Betrieb für Sicherheitstrainings benötigt und verpackt dabei wichtige Botschaften in schöne Karikaturen. Aber auch Privatpersonen malt er gerne mal was, entwirft Weihnachtskalender und Postkarten. Als ich in der besagten Schicht bei ihm im Leitstand saß, hat er gerade eine Weihnachtskarte für den Kohleverladehafen in Newcastle gemalt. Ich hab mal für Euch ein Foto davon gemacht.

Glenns Hobby - Karikaturen
Schaut doch echt nicht schlecht aus, oder? Für diese Karte benötigt er eine Schicht, dann ist sie komplett fertig. Für einfache, einfarbige Bleistiftzeichnungen braucht er aber nur 5 Minuten. Das schwierigste ist, sagt er, ein geeignetes Motiv zu finden, sprich nen guten Einfall zu haben.

Mit etwas Wehmut habe ich also heute meinen Heimweg angetreten. Dennoch bin ich froh, dass ich einen Monat mit den Jungs verbringen konnte, dass während dieser Zeit nichts passiert ist und ich mein Gerät immer wieder in dem Zustand übergeben konnte, in dem ich es bekommen hatte.

End of shift: "713, come to the hardstand, please!"

Ab nächsten Montag bin ich wieder im Büro und kann wieder Vanessa und Co. nerven. Dave wird dann schon im Urlaub und für drei Wochen nicht mehr im Büro sein. Da ich auch nur noch so lange hier bin, werden wir morgen schon unsere Weihnachtsfeier haben. Mal sehen, wie das wird...

Glückauf!

Simon

Mittwoch, 19. November 2008

Bleistifte für Große, Vulkane für Kleine, 272.000 Liter Farbe und People’s car

Nachdem ich seit zwei Wochen im Schichtregime arbeite, habe ich jetzt nicht mehr an jedem Wochenende frei, dafür aber auch mal unter der Woche. Nachtschicht und Tagschicht wechseln sich ab, dazwischen gibt’s dann zwei Tage frei. So habe ich sozusagen alle drei Tage Wochenende. Diese unverhoffte Flut von freien Tagen, die meine neue Aufgabe mit sich bringt (und obendrein noch Extrataschengeld) hat mich dazu bewogen, Kurzausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen.
So bin ich am ersten November Wochenende nach Newcastle and die Küste gefahren, am 10. November war ich dann die Burning Mountains besuchen und letztes Wochenende ging’s mit nem Kollegen nach Sydney. Doch der Reihe nach.

Newcastle
Trotz einiger Wolken am Himmel hatte ich beschlossen nach Newcastle zu fahren und mir die Stadt anzuschauen. Newcastle ist für Singleton so etwas wie Regensburg für Weiden, man könnte sie als die Bezirkshauptstadt des Hunter Valley bezeichnen. Hier befinden sich wichtige Einrichtungen, wie ein Flughafen (über den ich ja nach Australien gekommen bin und auch nach Brisbane geflogen bin) und auch ein Hafen. Dieser ist neben dem Tourismus vor allem für den Handel von Bedeutung, allen voran für das Gold des Hunter Valleys – die Steinkohle. Der Exporthafen von Newcastle ist, soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, der größte Kohleexporthafen der Welt. Dementsprechend geschäftig geht es dort auch zu. Ich hab noch nie so viele Schiffe vor einer Hafeneinfahrt warten sehen. Dies mag allerdings auch daran liegen kann, dass die mir bekannten, hiesigen Häfen am Rhein-Main-Donau- Kanal wider erwarten doch nicht der Nabel der Welt hinsichtlich des Handelsvolumens sind :-). Durch das schlechte Wetter war die Sicht eingeschränkt und ich konnte nur 18 Schiffe am Horizont entdecken, ich nehme aber mal an, dass die Zahl weitaus höher gewesen ist.

links: Schiffe vor der Hafeneinfahrt in Newcastle rechts: "Einmal Kohlen fassen bitte!"
Newcastle ist durch einen Kohlefund in Küstennähe im 19. Jahrhundert gegründet worden. Bis ins 20. Jahrhundert führte das Dorf jedoch nur ein Schattendasein, bis reichere Kohlevorkommen im Nordwesten gefunden wurden und mit der Industrialisierung Australiens und dem Ausbau der internationalen Schifffahrt dieser Energierohstoff an Bedeutung gewann…
In der Stadt angekommen, bin ich dann erst mal 300 Dollar leichter geworden, da ich mir eine kleine Digitalkamera zugelegt und damit Ersatz für meine in Brisbane verlorene Kamera geschaffen habe. Sie besitzt zwar kein Weitwinkelobjektiv, was mir schon negativ auffällt, allerdings ist sie besser als gar nichts und für Euch die Gewähr, dass Ihr auch mal wieder Bilder anschauen dürft.
Für ein Bad im Meer war es zu kalt oder ich einfach nicht abgehärtet genug. Jedenfalls zog ich es vor, den zahlreichen mit Neoprenanzügen ausgerüsteten Wellenreitern zuzuschauen. Bin den ganzen Tag an der Küste lang gelaufen, hab den Strand und das historische Fort begutachtet und den ein- und ausfahrenden Schiffen zugesehen. Lachen musste ich, als ich die Rammpfähle sah, die zur Uferbefestigung eingesetzt werden. Sie sehen aus wie überdimensionierte Bleistifte.

links: Bleistifte für starke Kerle rechts: Park vor der Uni
Die Altstadt Newcastles ist nicht wahnsinnig groß, jedoch ist das Uni-Viertel sehr hübsch gemacht und die Christ Church Cathedral durchaus sehenswert. Für Touristen von größerer Bedeutung dürfte wohl die Küste im Süden der Stadt sein, wo meine Kollegen häufig das Wochenende zum Schwimmen, Segeln oder Tauchen verbringen. Dafür aber hatte ich nicht die Zeit, da ich abends schon wieder nach Hause musste.

Burning Mountain
Während der nächsten Arbeitspause habe ich den schönen Tag genutzt und bin den New England Highway nach Norden gefahren. Ziel war das Gebiet des Burning Mountain nördlich von Muswellbrook, ca. 100km von Singleton entfernt. Ich hatte schon mal in einem früheren Eintrag erwähnt, dass es hier einen natürlich initiierten Kohlebrand gibt. Seit ungefähr 5.500 Jahren brennt dort unaufhaltsam die Erde. In einem Touristenführer hatte ich mal gelesen, dass es einen Wanderweg geben soll, der direkt zum Brand führt. Mit diesem Wissen im Gepäck habe ich mich auf den Weg gemacht.
Man hat wieder mal gemerkt, dass es in Australien nicht wirklich viel Freunde des Wanderns gibt, denn der Weg war nicht wirklich ausgetreten, sondern eher ziemlich zugewachsen, sodass man öfter mal durch kniehohes Gras laufen musste. Zudem wäre es ganz gut gewesen, wenn an diesem Tag vor mir schon einer den Weg lang gelaufen wäre, denn dann hätte ich nicht ständige Spinnennetze im Gesicht gehabt, haha.
Ansonsten ist der Weg eigentlich recht schön gemacht. Hinweistafeln geben Auskunft über die Historie dieser Region und die Entdeckungsgeschichte des Kohlebrandes, sowie informative Hinweise zu den Auswirkungen des Feuers auf die unmittelbaren Gesteine, die Flora und Fauna. Ist schon interessant zu sehen, wie heiße Gase aus den Erdspalten austreten und die Hitze dazu führt, dass der tonige Boden zu Ziegeln verbacken ist. Die ersten Siedler hielten den Brand zuerst für einen Vulkan, was sich allerdings bald als ein Irrtum herausstellte. Hat sich der Flözbrand über eine gewisse Strecke weiter bewegt, bricht der entstandene Hohlraum unter der last des Deckgebirges zusammen. So entstehen an der Oberfläche die typischen, gestaffelten Brüche.

links: schöne Landschaft mitte: austretende Gase rechts: Staffelbrüche an der Oberfläche
Nach ungefähr vier Stunden hatte ich dann alles Wichtige gesehen, drei Kängurus aufgescheucht und irgend so eine Echse beim Schlafen gestört. Zeit, die Heimreise anzutreten. Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch das Gebiet unseres neuen geplanten Tagebaus Mount Pleasant angeschaut, der gleich neben unserer anderen Grube Bengalla liegt. 10,5 Mio. Tonnen ROM (Run Of Mine) soll die Grube mal pro Jahr liefern und damit einen bedeutenden Beitrag zu Rio Tinto Coal Australia’s Output liefern, nur leider gibt’s mittlerweile auch in Australien Leute, die gegen den Bergbau vorgehen. Fast an jedem Ortseingang kann man mannshohe Plakate sehen, die gegen den Bergbau wettern. Zum einen kann ich das zwar hinsichtlich einer teilweise etwas mageren Wiedernutzbarmachungspolitik der Bergbaubetriebe verstehen. Allerdings wird andererseits komplett vergessen, dass diese Region zu einem großen Teil vom Bergbau lebt. Mehr als die Hälfte aller Jobs finden sich direkt im Bergbau und allein die Förderabgaben bescheren der Hunterregion jährlich Erträge in Milliardenhöhe. Gerade im Moment wird über eine Erhöhung des Förderzinses diskutiert. Die von der Regierung von New South Wales angedachte und an das Modell Queenslands angepasste Förderabgabenregime würde zusätzliche 1,6 Mrd. Dollar in die öffentlichen Kassen spülen. Kein Wunder, dass die Förderer jetzt Sturm laufen. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, wie der Förderzins berechnet wird. Dieser ist nämlich nach Erlösen gestaffelt und zudem davon abhängig, ob im Tagebau oder unter Tage gefördert wird. So wird bis zu Erlösen von 100 Dollar pro Tonne 7% bei Tagebauen, 6% bei oberflächennahen Tiefbauen und 5% bei tieferen Tiefbauen (in der Regel Schachtanlagen) in Rechnung gestellt. Übersteigen die Erlöse 100 Dollar pro Tonne, werden pauschal 10% fällig. Ich finde das dahingehend interessant, dass bei abschwächender Konjunktur und fallenden Preisen automatisch der Staatsanteil bei den Abgaben zurückgeht und somit der Betrieb gestützt oder anders ausgedrückt, subventioniert wird. Auch die Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Bergbauformen ist interessant und sollte durchaus mal diskutiert werden, da es sich im Grunde um Wettbewerbsverzerrung handelt. Zur kurzen Information für Nicht-Eingeweihte: Deutschland erhebt weder für die Braunkohle, noch für die Steinkohle eine tonnenbezogene Förderabgabe (jedoch eine insignifikante Feldesabgabe).


Sydney


Letzten Freitagmorgen, gleich nach dem Ende der Nachtschicht bin ich mit meinem Kollegen nach Sydney aufgebrochen. Er hat mit mir angefangen SKW zu fahren und hat mich ziemlich schnell eingeladen, mit Ihm ein Wochenende in Sydney zu verbringen. Er hat dort ein Haus, wo ich wohnen konnte. Eine für mich sehr preiswerte Angelegenheit :-). Entgegen meinen Vermutungen dauerte die Fahrt nur 2.5 Stunden. Es wäre aber noch deutlich schneller gegangen, wenn man auf den blöden Straßen mal ordentliche Geschwindigkeiten fahren dürfte. 100 Stundenkilometer sind echt nervtötend und in dieser Hinsicht freue ich mich echt auf Deutschland. Dort angekommen, war erst mal Schlafen angesagt, was ich auch sehr ausführlich getan haben, sodass ich erst abends wieder aufgewacht bin. Dann gings nach Hause zur Freundin meines Kollegen. Sie wohnt im Süden Sydneys und die Fahrt dorthin dauerte eine Stunde. Im Berufsverkehr braucht man hierfür genauso lange, wie von Singleton nach Sydney. Hab dort Ihre Familie kennen gelernt und sehr gut gegessen. Zum Nachtisch gabs im Fernsehen noch ein bisschen australisches Kabarett, was zur Ausnahme mal gut war, im Vergleich zum allgemeinen australischen „Unterschichtenfernsehen“ (Zitat eines Bergwirtschaftslehre Professors). Am Samstag gings dann zusammen mit Chris und seiner Freundin in die Stadt. Der Weg führte vom Opera House über die Harbour Bridge, Luna Park, Circular Quay und CBD bis zur China Town von New South Wales Hauptstadt. Zwar hatte das Wetter nicht so richtig mitspielen und die Sonne freigeben wollen, jedoch blieben wir glücklicherweise vom Regen verschont. Dennoch hing die Wolkendecke so niedrig, dass sich ein Besuch des City Towers nicht gelohnt hätte, da man nur Wolken gesehen hätte. Aber nichtsdestotrotz hat sich der Tag absolut gelohnt.
links und mitte: Harbour Bridge rechts: Opera House und CBD
Während die Harbour Bridge voll und ganz meine Erwartungen erfüllte und wirklich ein außerordentliches Bauwerk darstellt, war ich vom Opera House etwas enttäuscht. Ich hatte sie mir ehrlich gesagt etwas weißer vorgestellt und nicht als leicht vergilbten Betonbau. In der Tat sieht sie von weitem viel besser aus, als von der Nähe betrachtet. Es kann jedoch auch sein, dass sich das Bild anders darstellt, wenn die Sonne scheint. Außerdem wurde mir gesagt, dass das Gebäude regelmäßig gereinigt wird und der nächste Putz bald ansteht. Vielleicht sieht’s bei meinem nächsten Besuch besser aus. Das wirklich markanteste Bauwerk Sydneys ist zweifelsohne die Harbour Bridge. Diese ca. 52.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion überspannt die Bucht von Sydney und verbindet den nördlichen mit dem südlichen Teil der Stadt und umgekehrt. Der Startschuss für den Brückenbau fiel im Jahr 1924 und sicherte knapp 8 Jahre lang ca. 1.700 Menschen unmittelbar Lohn und Brot. Da die Bauzeit genau in die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre fiel, wurde sie von vielen Menschen liebevoll die „Eiserne Lunge“ genannt, da sie auch in dieser schwierigen Zeit Arbeit sicherte. In einem der mit Granit verkleideten Pfeiler (Südpfeiler) ist ein schönes Museum eingerichtet, in dem man den Werdegang der Brücke verfolgen kann, deren Notwendigkeit übrigens lange diskutiert wurde und auch Tunnelvarianten im Gespräch waren (so einen gibt’s übrigens auch seit der Jahrtausendwende). Für mich faszinierend waren Fotos vom Bau der Brücke. Man muss sich ja vorstellen, dass der riesige Bogen, der die 8 Auto- und Bus- Spuren, zwei Bahngleise, zwei Radwege und einen Fußweg (Gesamtbreite: 50m, immer noch im Guinnesbuch der Rekorde als breiteste Bogenbrücke der Welt) trägt einmal gebaut werden musste. Dies erfolgte beginnenden von den beiden Brückenpfeilern auf einander zu. Um den Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen, konnte man keine vorübergehend tragende Gerüstkonstruktion bauen, sondern musste die beiden über die Bucht kragenden Bogensegmente über Seilabspannungen in ihrer Position halten. Schließlich ist jedes Bogenelement nur über ein Drehgelenk mit dem Fundament verankert. Als man dann die beiden Segmente fertig hatte, wurden die Seile entspannt und die Konstruktion an der Verbindungsstelle in der Mitte um 18cm abgesenkt, sodass sich die beiden Segmente im Kupplungssegment miteinander verzahnen konnten. Ich finde es absolut beeindruckend, welche technisch-konstruktive Meisterleistung unsere Vorfahren da vollbrachten. Interessant ist auch, dass sich die Bogenkonstruktion bei den unterschiedlichen Temperaturen während des Jahres aufgrund der Wärmeausdehnung des Stahls um ca. 18cm hebt und senkt. Damit wird mal wieder deutlich, wie wichtig hier eine bestimmte Lagerung des Trag- / Fachwerkes notwendig, was mich sehr an Technische Mechanik erinnert: „ Am besten, Ihr mach erscht mal eine Schkizze und schneidet dann frei…“(haha). Achso, damit das Bauwerk auch recht lange hält, muss es sicher vor Rost geschützt werden. Deshalb wurden der Stahl und die ca. 6 Millionen Nieten am Anfang dreimal gestrichen. Dazu wurden mal einfach so 272.000 Liter Farbe verbraucht. Auch heute wird regelmäßig gespritzt, sodass sich das Bauwerk in einem sehr guten Zustand befindet und noch lange halten sollte…
Damit war dann auch schon mein Samstag gelaufen und wir sind in unser Quartier zurückgekehrt. Für den Sonntag stand eigentlich nur eine Sache auf dem Programm: Der Sydney Taronga Zoo. Doch bevor es da hin gehen sollte, hat mich Chris erst mal in die Kirche gefahren, wo ich einen sehr schön gestalteten Gottesdienst erleben konnte: sehr schlicht, mit wunderbaren Sologesangseinlagen das wesentliche hervorhebend, wirklich schön. Danach gings zum Circular Quay, dem CBD Hafen und von dort mit der Fähre direkt zur Anlegestelle des Zoos. Wir haben dann den ganzen Nachmittag damit verbracht, diverse Tiere anzuschauen. War schon interessant, die Sachen mal gesehen zu haben. Vor allem, dass Koalas 20 Stunden am Tag schlafen. Das machen sie jedoch nicht aus Faulheit sondern wegen der äußerst schwer verdaulichen Eukalyptusblätter.

links: Koalas beim Mittagessen rechts: Kängurus essen auch gerne mal ne Rübe
Aber ich hatte durch meine Erlebnisse in Südafrika allerdings schon einiges gesehen, was offensichtlich nicht so ohne weiteres zu toppen ist. Hier konnte ich halt die typisch australischen Spezies sehen – oder auch nicht. In einem Schlangenterrarium fehlte die Schlange. Da sie wirklich kein Besucher entdecken konnte, nehme ich mal an, dass sie in diesem Moment auf Freigang war. Auch war die Python sehr beeindruckend dick. Ob das mit dem kürzlichen spurlosen Verschwinden des Schlangenwärters im Zusammenhang steht, ist noch nicht vollends geklärt.
Danach gings zurück nach Hause, schnell alle Sachen zusammengepackt und auf nach Singleton, schließlich musste ich ja am Montagmorgen wieder zum Truck spielen.
Eine Sache ist mir während der zwei Tage deutlich aufgefallen. Die Leute haben hier eindeutig den besseren Geschmack hinsichtlich der richtigen Autos. Während in Singleton immer noch die meisten glauben, der GM verschnitt Holden und Ford seien die einzig wahren Autos, ist in Sydney (und auch in Brisbane) mittlerweile bekannt, dass es noch viel bessere Sachen gibt. Da in Australien der Sprit in etwa halb so viel kostet wie in Deutschland, sind PS- starke Motoren gefragt. Dementsprechend ist hier fast jeder VW ein GTI, egal ob Golf oder Polo – eine echte Augenweide, sie sind aber auch schöne Autos.

People's car - GTI für alle!
Ein VW Händler bestätigte mir auf Anfrage, dass es praktisch die einzigen VWs sind, die er verkauft. Aber es bleibt noch viel Arbeit, um die Leute hier von guten Dingen zu überzeugen. Immerhin wissen meine Kollegen hier nun, was Volkswagen bedeutet. Jede Nachtschicht zwischen 3 und 4 Uhr spielen wir über Funk ein Ratespiel. Eine eigentlich gute Sache, die von der Betriebsleitung auch gerne geduldet wird, da sie eine Maßnahme ist, um die Leute wach zu halten. Nicht dass Ihr jetzt meint, wir würden hier nichts arbeiten. Aber wenn man zweimal für 6 Stunden hinter dem Steuer sitzt, ist der (Sekunden-) Schlaf die größte Unfallgefahr. Letztens kam dann die Frage: „What is the German translation for people’s car?“. Da konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten und musste der erste mit der Antwort sein :-) . Bin ja mal gespannt, welche Fragen morgen Nachts kommen werden.

Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen mal ein paar Bilder vom Truckfahren zu schießen und sie dann in den Blog stellen.

Ansonsten stelle ich fest, dass sich meine Zeit hier in Australien mit riesigen Schritten dem Ende zu neigt. Heute sinds nur noch vier Wochen und in den kommenden Tagen werde ich dann auch der letzte meines Standes in Australien sein. Heiko fliegt ja schon am Samstag zurück und Claudia folgt nächste Woche. Dann heißt es bis zum 19. Dezember: Simon alone in Australia! (angepasstes Zitat von M.P.). Ich wünsche beiden eine gute Heimreise und freue mich auf ein Wiedersehen in unserem Winterurlaub.

Bis bald und Glückauf!

Simon

Montag, 10. November 2008

Berge versetzen leicht gemacht!

Höchste Zeit, dass ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir abgebe. Letzte Woche hatte ich zugegebenerweise keine so rechte Lust, meinen Blog auf den neuesten Stand zu bringen. Ein Grund dafür war der etwas schleppend verlaufende Theorieunterricht für mein SKW Training. Zwar waren die Präsentationen und Vorträge durchaus interessant und wichtig, man hätte das aber auch schneller über die Bühne bringen können, wenn die Koordination etwas besser geklappt hätte. Nach sechs Tagen Theorie hatten wir Trainees einiges an Wissen über SKW’s und deren Eigenarten / Handhabung gelernt. Als Fahrer soll man das Ding ja nicht nur lenken und rangieren können, sondern auch in der Lage sein, Fehler und Schäden zu erkennen und im Notfall auch Notfallmaßnahmen einleiten zu können (dazu weiter unten noch Genaueres). Also sind wir mit einem Mechaniker zur Tankstelle und haben dort die ankommenden SKWs untersucht. Ein Muldenkipper kommt alle 24 Stunden zum Tanken und abschmieren. Danach muss der Fahrer eine visuelle Kontrolle der vitalen Fahrzeugkomponenten (Lenkung, Servolenkung – Akkumulatoren, Felgen, Reifen, Stoßdämpfer, und so weiter, Leckagen) vornehmen und den Ölstand, Hydraulik- und Kühlflüssigkeitsstand kontrollieren. Dabei darf man unter die Maschine drunter laufen und jedes Mal wieder staunen, dass man fast überall stehen kann. Das Betreten des Bereiches der vom Muldenkipper überschattet wird, ist nur gestattet, wenn der SKW vorher isoliert wurde, das heißt, der Hauptschalter ausgeschaltet wurde und dieser mit dem persönlichen Schloss des Fahrers und der sonst noch mitarbeitenden Personen verriegelt ist. Damit wird gewährleistet, dass niemals jemand aus Versehen losfährt und nicht bemerkt, dass unten noch jemand arbeitet. Dieses sog. Isolation System ist übrigens Rio Tinto Standard und deshalb an allen Standorten weltweit gleich. Also wissen auch Claudia und Heiko, wie die Sache hier abläuft.
Neben dieser full inspection gibt es noch die walk around inspection, die immer zu machen ist, bevor man den Truck besteigt. Also schnell mal rum gelaufen, Reifen kontrolliert und ganz wichtig, sicherstellen, dass das Feuerlöschsystem aktiv ist.
Ein anderer Teil unseres Trainings ist das Verhalten im Notfall. Wie melde ich einen Notfall, was mache ich, wenn der Motor streikt, ich mit voller Ladung gerade auf der Rampe stehe und mich die Schwerkraft von 400t nach unten zieht? Was tun, wenn’s brennt?
Gut fand ich in diesem Zusammenhang die kurze Wiederholung zum Thema Feuerlöscher. Frage: Wer von den Lesern dieses Blogs hat schon mal nen Feuerlöscher benutzt und wenn ja, wie lange ist das schon her? Für mich jedenfalls war’s ne gute Gelegenheit ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß ein Feuer höchstens sein darf, damit man es mit nem Pulverfeuerlöscher noch löschen kann. Zu diesem Zweck durfte jeder von uns ein Benzinfeuer löschen, sodass danach 12 Feuerlöscher leer waren.
Ich könnte hier noch ne Weile weiter schreiben, aber wahrscheinlich interessiert das keinen so wirklich. Letzten Dienstag ging es dann endlich ans Steuer. Ich war ja schon etliche Male mitgefahren und hatte so ein ungefähres Gefühl für die Dimensionen bekommen. Ich muss sagen, dass sich so ein SKW eigentlich nicht wirklich von einem Auto unterscheidet. Nun gut, er ist etwas größer und hat drei Bremsen (übrigens wird im Betrieb bei einem mechanischen CAT per Hand gebremst, elektrisch betriebene Trucks von Komatsu oder Liebherr funktionieren ganz anders), aber fahren tut er sich eigentlich nicht viel anders.

Links: CATs, Komatsus und Liebherrs friedlich vereint! Rechts: Passt in den Jeep eigentlich jemand rein?

Natürlich lief nicht alles gleich reibungslos. Vor allem das Rangieren mit Spiegel war ne Gewöhnungssache für mich und die Radladerfahrer mussten ab und an mal etwas korrigieren. Für die ist das kein großes Problem, weshalb man zuerst bei den Radladern anfängt. Bei den Hydraulikbaggern muss es dann schon sitzen, da diese sich nicht bewegen können. Nach drei Tagen Übung haut’s schon ganz gut hin, sodass ich hoffentlich meinen Lehrer nach den kommenden Nachtschichten am Mittwoch und Donnerstag los bin. Da ich auf meinem schönen CAT 789C eine „L“- Tafel angebracht habe, weiß auch jeder, dass ich noch ein Learner, also Anfänger bin und er deshalb Gnade vor Recht ergehen lassen sollte. Trotzdem wird man über Funk dann doch gerne mal aufs Korn genommen.
Hier mal ein paar, wie ich finde, beeindruckende Zahlen:
Ladeleistung: 190t – 230t
Tagesleistung: 4.500t – 6500t (Distanzabhängig)
Motor: V16 MTU Schiffsmotor, 2400 PS (Friedrichshafen!!)
Verbrauch : ca. 2.500 Liter pro Tag
Verbrauch im Anstieg: 360 Liter pro Stunde
Reifenkosten: > $ 40.000 pro Stück
Gesamtpreis: 4,5 Mio. Dollar


Mein Vordermann (baugleicher CAT 789C) beim Beladen mit einem Tourneau Radlader

Da man durch das Fahren irgendwann Verspannungen bekommt, hat mich letztens mein Trainer kurz abgelöst und ich konnte für ne Zeit lang bei den Radladern und Baggern mit fahren. Dort konnte ich gleich mal sehen, wie blöd das für die ist, wenn man den SKW nicht richtig rangieren kann. Glücklicherweise war für einige Zeit kein SKW da, sodass wir warten mussten. So durfte ich mich auch mal ans Steuer setzen und bisschen Bagger fahren. Genauer gesagt einen Komatsu 3600 Tieflöffelbagger. Wer das schon mal gemacht hat, weiß wie schwer es ist eine homogene Bewegung hin zu bekommen. Hat aber eigentlich ganz gut geklappt, sodass ich meinen Truck gleich mal selber beladen durfte, fünf Schaufeln à 40 Tonnen. Macht schon Spaß, das Spielzeug…

Letzten Samstag gabs dann auch gleich einen Notfall. Ein Liebherr SKW war in Feuer aufgegangen. Für mich war das eine neue Situation und ich habe gelernt, wie wichtig professionelles Verhalten im Notfall ist. Da während des Notfalleinsatzes kein Funkverkehr erlaubt ist, muss jeder seinen Truck parken und warten. Ich hatte deshalb die Möglichkeit, eineinhalb Stunden zuzuhören. Der Brand war offensichtlich durch austretendes Hydrauliköl verursacht worden und nicht wie zuerst angenommen durch überhitzte Reifen zustande gekommen. Das Feuer hatte die ca. 1.500 Liter Hydrauliköl derart erhitzt, sodass es sofort Feuer fing, als es mit Luftsauerstoff in Verbindung kam. Deshalb hat noch die gesamte Nachtschicht bis zum Morgen gelöscht und glücklicherweise den Brand eindämmen können, sodass der SKW nicht gänzlich verloren ist und wieder repariert werden kann.
Ich muss sagen, ich war absolut erstaunt, wie gut die Grubenwehr funktioniert hat und wie perfekt das Zusammenspiel der Leute war. Zwei Minuten Verzögerung und der SKW wäre verloren gewesen. Keine Hektik, gar nichts. Nur ganz normales Katastrophenmanagement - wow.

Ich habe festgestellt, dass ich eigentlich keine schönen Fotos habe und werde das in den kommenden Tagen mal nachholen.

Bis dahin müsst ihr mit diesen Vorlieb nehmen.

Macht’s gut!

Simon