Freitag, 5. September 2008

Das erste Wochenende ist schon wieder rum!

26. 08.2008. Nach dem ersten richtigen Wochenende in Australien kristallisiert sich langsam heraus, dass mein Blog wohl nicht zu einem Cycling-Blog mutieren wird, denn zum einen fehlt mir sowohl die körperliche Eignung, als auch das Verständnis, zum Spaß mal 60 km/h zu fahren. Zum anderen gibt es hier, soweit ich weiß, keine Radsportgruppe. Dennoch möchte ich versuchen, regelmäßig etwas Sport zu treiben. Deshalb habe ich meine Freizeit am Wochenende unter anderem dafür genutzt, Singleton und die Umgebung joggend zu erkunden. Da ich öfters eine Fotopause einlegen musste, sind drei Stunden „Laufzeit“ daraus geworden. Vielleicht werde ich auch mal mit nem Geologen von der Arbeit laufen, wobei ich da wahrscheinlich hoffnungslos untergehen werde. Er trainiert zurzeit für den Halbmarathon, der bald in Newcastle stattfinden soll. Aber sein langfristiges Ziel ist die Teilnahme am Halb-Ironman. Da sieht’s für mich wohl nicht gerade gut aus, wenn ich da mithalten will :-).
Zurück zum Stadterkundungs-Lauf. Wie ich schon mal angedeutet habe, ist Singleton nun nicht gerade ein Touristenmagnet und hat demzufolge auch kein derart einladendes Stadtbild, aber dennoch gibt es meiner Meinung nach ein paar schöne Stellen, die durchaus ihren Charme.









Mein Weg führte mich auch entlang des Hunter-Rivers, welcher der gesamten Gegend seinen Namen gegeben hat – dem Hunter-Valley. Derzeit führt er relativ wenig Wasser, was ein Indiz dafür ist, dass sich die Natur in Ostaustralien nach wie vor nicht von den Trockenheiten der vergangenen Jahre erholt hat (übrigens ein Grund für die momentan weltweit ziemlich hohen Preise für Agrarrohstoffe).









In der Nähe des Flusses habe ich dann auch eine überdimensional große Sonnenuhr gefunden, die ein gutes Fotomotiv abgibt. Warum sie allerdings dort ist, konnte ich weder herausfinden, noch konnte mir das einer erklären. Zwar steht auf einem Wegweiser in der Nähe, dass es sich um die größte Sonnenuhr der Welt handeln soll, allerdings kommt mir das etwas komisch vor, da ich bei meinem Praktikum in Kalifornien in Redding eine größere gesehen habe. Dumm gelaufen … Bin dann wieder in die Stadt rein und wollte mir das Armeemuseum anschauen, von dem ich gehört habe, dass es interessant sein soll. Auch Australien war in seiner Geschichte in einige Kriege verwickelt. So zum Beispiel im Ersten Weltkrieg. Kaum zu glauben, dass dieses Land in Europa Soldaten hatte. Wer sich allerdings an seinen Geschichtsunterricht entsinnt, dem sollte mindestens eine Schlacht einfallen und zwar die von Gallipoli im Jahr 1915. Genaueres findet ihr aber in jedem guten Geschichtsbuch… Ein Australischer Soldat hat während dieser Zeit ein Päckchen an seine Mutter geschickt. Unentdeckt gelangte dabei ein Pinienkern auf den Kontinent. Die Empfängerin säte ihn aus und die sich daraus entwickelnde Pflanze vermachte sie später dem War Memorial (Kriegerdenkmal) der Stadt Canberra. Dort steht sie heute noch als Denkmal für die geschlagene Schlacht. Warum erzähle ich das alles? Weil ein Same davon genommen wurde und diese Pinie in Singleton auf dem Gelände der Highschool wächst. Die Gegend von Singleton hatte durch diesen Krieg verhältnismäßig viele Menschen verloren und fühlt sich deshalb auch heute noch mit diesem Ereignis, aber auch mit den anderen Kriegen unter australischer Beteiligung in besonderer Weise verbunden…
Aus dem Museumsbesuch ist am Ende allerdings nichts mehr geworden, weil ich mich kurzfristig dazu entschloss, noch in eine andere Straße abzubiegen. Dort bin ich dann in einen kleinen Park hineingelaufen und hab erst mal verwundert geschaut, als ich in die Baumkronen sah. Zuerst dachte ich, es handelt sich um Vogelnester, wie ich sie in Südafrika schon mal gesehen hatte, aber bei genauerem Hinsehen entpuppten sich diese „Nester“ als riesige Fledermäuse. Diese Viecher sind in etwa so groß wie ein Fußball und schon fast ein wenig Furcht einflössend. Auf alle Fälle vergeht einem schon etwas die Lust am Durchqueren des Parks. Neben diesen Fledermäusen besiedeln aber auch noch andere Vögel unseren Himmel.

Genauso wie mein Kollege in Perth habe ich auch schon festgestellt, dass sich diese in ihrer

Artikulation deutlich anders verhalten, als deren Deutsche Kollegen. Zwar interessieren sich die Deutschen Elstern auch nicht wirklich für Ruhezeiten, allerdings pfeifen sie zum einen mit deutlich geringerem Lautstärkepegel. Zum anderen erinnern die Laute der australischen Spezies an Kinderschreie. Als ich das in den ersten beiden Nächten gehört habe, dachte ich zunächst, dass der Nachbar ein Kind überfahren hat, oder so. Außerdem haben offenbar gerade die Elstern wenig Respekt vor Menschen, denn in den Straßen findet man überall Warnhinweise.
Zu Hause angekommen habe ich dann noch schnell ein paar Fotos von meiner Straße und meinem Haus gemacht, damit ihr einen Eindruck bekommt, wo ich wohne. Vor der Garage parkt auch gerade mein Auto.










Wenn es dann in den kommenden Wochen Frühling und Sommer wird, werde ich dann öfter mal den Abend bei einem Bierchen oder Wein aus dem Hunter Valley - das ist übrigens die Weinregion Australiens! – auf meiner Terrasse ausklingen lassen.









Dass die Natur schon langsam erwacht, kann man an den ersten Frühlingsvorboten sehen, wie ich sie in einem Garten auf dem Weg zur Kirche fotografiert habe.

Soviel für heute. Wie versprochen, kommen Details zum Bergwerk in den nächsten Beiträgen.
Bis dahin, macht’s gut und passt auf Euch auf!














Simon


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